Für die Etüden: Barfuß zurück ins alte Leben

Es war in einem vorigen Leben, so kommt es mir jedenfalls vor.
Dieses Leben war vor meiner Nierentransplantation. Nach dieser musste ich starke Medikamente nehmen, die Infekte und Wundheilungsstörung förderten. Und Ängste in mir erzeugten.

Früher, da habe ich gern die Natur genossen und bin, so oft es ging, barfuß gelaufen.
Diese Verbindung zwischen meinen Füßen und dem Boden – die war einfach harmonisch, sie hat mich geerdet und mich zu einem Teil der Natur gemacht.

Dann kam die Transplantation und mit ihr kamen die Ängste.
Wegen möglicher Verletzungen bin ich seit zweieinhalb Jahren nicht mehr ohne Schuhe gelaufen.
Mir fehlt dieses ursprüngliche Gefühl von damals, ich kann ein Stück von mir nicht leben.

Ich wünsche mir, dass ich diese Angst besiegen und wieder das warme, stachlige, erdige oder steinige Gefühl an den Füßen spüren und genießen kann.

Davon abgesehen, dass diese Geschichte gerade jetzt im Sommer total meiner Gefühlslage entspricht, ist diese auch mein erster Beitrag zu den abc.etüden vom Blog Irgendwas ist immer. Diesmal geht es um die 28. und 29. Woche und es waren die Wörter „Füße“, „harmonisch“ und „wünschen“ zu verwenden. Von den maximalen 300 Wörtern habe ich 137 verwendet.

16 Kommentare zu „Für die Etüden: Barfuß zurück ins alte Leben

  1. Dann wünsche ich dir, dass du recht bald einen (ich weiß nicht, was du magst) warmen, weichen Sandstrand findest, wo du das Vertrauen hast, dass dir nichts passieren kann, wenn du es wieder wagst! Zweieinhalb Jahre nicht aus den Schuhen kommen, ich kann es mir für mich eigentlich nicht vorstellen, medizinische Notwendigkeit hin oder her … Du hältst da echt viel aus.
    Und herzlich willkommen bei den Etüdenverrückten – auch wenn ich dir sagen muss, dass du dir just die Zeit vor der Sommerpause ausgesucht hast. Aber vielleicht ist das Etüdensommerpausenintermezzo ja was für dich? Du hast eine Etüde veröffentlicht, also darfst du auch für das Intermezzo Wörter spenden. Wenn du magst, lies mal hier: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2019/07/14/etuedensommerpausenintermezzo-2019-hinter-den-kulissen/
    Liebe Grüße
    Christiane 🙂

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    1. Liebe Christiane, vielen Dank für deine guten Wünsche!
      Das mit der Sommerpause habe ich vor meiner Teilnahme gesehen, aber entweder ich mache sowas gleich oder es geht verloren. 😉
      Wir „laufen“ uns ganz bestimmt noch öfter über den Weg!
      Liebe Grüße
      die Hoffende

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  2. Manchmal glaubt man gar nicht, wie einem solche vermeintlich einfachen Dinge, Angst machen können. Gerade das Barfuß laufen, über das mache ich mir nie Gedanken, weil es für mich, sobald es ein wenig wärmer wird, komplett dazu gehört… Ich hoffe, dass du deine Ängste überwinden wirst und wieder dieses großartige Gefühl von Gras und Erde unter den Füßen spüren und erleben kannst. Schließlich soll dir deine großartige Chance zu leben, ja nicht umsonst gegeben worden sein. (:

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    1. Danke! Das wird bestimmt! Ich habe leider an meiner OP-Narbe sehen dürfen, wie so eine Wundheilungsstörung funktioniert. Das will man nicht – und schon gar nicht an den Füßen – haben.
      Die Wahrscheinlichkeit, dann ins Krankenhaus zu müssen, ist hoch. Mir hilft momentan die Erinnerung daran, dass ich mich früher nie verletzt habe. In Kombination mit Vorsicht (kein Strandsand, da können sich Muscheln oder andere spitze oder Schärfe Dinge drin vergraben), wird es sicher möglich werden. Das ist eins der noch offenen Themen für die Psychotherapie, in der ich mich gerade befinde. Ziel: Ich will mein Leben wiederhaben. 😉

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    1. Dankeschön! Leider wurde der Link automatisch entfernt, aber ich kenne das Lied und jetzt habe ich einen Ohrwurm! 😉 Barfuß im Regen – das ist wirklich eine schöne Vorstellung!

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    2. Okay, es gibt einen Unterschied zwischen dem Reader auf dem Tablet und dem auf dem PC. Der Link funktioniert nur am PC. Also denn – da muss meine bessere Hälfte jetzt durch! 😉

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  3. Ich liebe Barfußlaufen auch und wünsche dir, dass das auch bald wieder bei dir geht. Vielleicht solltest du bis dahin mal Barfußschuhe ausprobieren. Nicht ganz dasselbe, aber ich nutze die ganz gerne in Gebieten, wo Barfußlaufen, eine nicht ganz so gute Idee ist. 😉
    Grüße, Katharina

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    1. Danke, das ist wirklich eine gute Idee, z.B. im Sand. Aber um mir nicht die Motivation zu nehmen, wird der erste Schritt ein „echter“ sein. Vielleicht auf einem glatten Fußweg, wo ich sehen kann, dass da nix ist, an dem ich mich verletzen kann. Auf jeden Fall werde ich mich noch in diesem Sommer überwinden, jetzt hab ich soviel darüber nachgedacht… 😉

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