Meine Nierengeschichte: Nach dem Ü-35-Check

Ende Oktober 2008 hatte ich einen Termin zur Auswertung des Ü-35-Checks. Als ich in die Praxis kam, sah ich in betreten-geschockte Gesichter, fast so, als wäre jemand gestorben.
Fakt war, dass ich sehr viel Eiweiß und eine Menge Blut im Urin hatte. Bei den Blutwerten waren der Kreatininwert (auch allgemein „Nierenwert“ genannt) und der Harnsäurewert sehr hoch. Der Arzt wollte es selbst nicht glauben und wiederholte den Test. Ich gab also nochmal Blut und Urin ab. Was das alles bedeuten sollte, begriff ich zu dem Zeitpunkt nicht.
Ich bekam ein Langzeit-Blutdruckmessgerät, das ich 24 Stunden tragen und dann wieder abgeben sollte.

Es war Anfang November, als ich wieder zur Auswertung ging. Bis auf minimale Abweichungen waren die Blutwerte nach wie vor viel zu hoch. Der Blutdruck übrigens auch, was der Arzt wohl erwartet hatte.

Nun erfuhr ich, dass ich nierenkrank war. Was das bedeutete, wusste ich immer noch nicht. Es gab doch bestimmt Tabletten dagegen?

Weil es sonst zu lange mit einem Termin dauern würde, rief der Arzt (Allgemeinmediziner) selbst beim Nierenarzt (Nephrologen) an und vereinbarte für einige Tage später einen Termin für mich. Ich empfand das als netten Service, die Tragweite des Ganzen hatte ich aber nicht begriffen.

Der Termin beim Nephrologen war mir dann sehr unangenehm. Ich musste wieder Urin abgeben, mir wurde wieder Blut abgenommen. Wieso schon wieder? Dass ich beim Blutabnehmen lieber liegen wollte (es besteht dabei immer die Gefahr, dass ich umkippe), bereitete sichtlich Umstände und die Schwester war genervt.
Der Arzt selber sah mich kaum an, machte auch nochmals einen Ultraschall, bei dem er nun allerdings feststellte, dass meine Nieren gar nicht gut aussahen. Ich glaubte kein Wort… Der Allgemein-Arzt hatte gesagt, sie sähen gut aus!

Auch hier gab es wieder eine Auswertung. Die hatte es in sich!
– Kreatininwert bedenklich hoch
– Harnsäurewert bedenklich hoch
– Eiweißverlust im Urin viel zu hoch
– Blutmenge im Urin äußerst bedenklich
– Nierendurchblutung sehr schlecht
– Filterleistung und Entgiftung sehr schlecht
– errechnete Nierenleistung: noch 25%
– Fazit des Arztes: „Innerhalb eines Jahres werden Sie dialysepflichtig werden.“

DIALYSE??? Mein Hirn machte erstmal dicht. Das konnte nicht sein. Dialyse bedeutete das Ende des Lebens! Ende… Leben… Aus.

Was er mir dann noch über die Medikamente erzählte, die er mir verschreiben wollte, rauschte wie in einem Sturm an mir vorbei.
„Haben Sie das verstanden?“ – Was? Wie? Ja. Ich antwortete automatisch. Sollte mich in Ruhe lassen. Raus hier. Weg hier! Das konnte doch alles nicht wahr sein…

Draußen brachen dann alle Dämme. Mein Leben erschien vor meinem Geiste wie ein schwarzes Loch. Ich konnte mich nicht bewegen, immer nur weinen, weinen…
Ich rief dann E. an, denn ich war nicht in der Lage, nach Hause zu fahren. Er musste mich holen.

Auch er reagierte erstmal mit Leugnen. Der Arzt müsse sich verrechnet haben, bestimmt wären es noch 40% usw. Er wollte wohl uns beide trösten…
Aber dann fiel ihm ein Bekannter ein, der Hinz und Kunz kannte. Zu dem gingen wir und erzählten ihm die ganze Geschichte. Auch davon, wie unfreundlich die Schwestern waren und wie unnahbar dieser Arzt zu mir war. Dieser Bekannte kannte eine andere Dialysepraxis, in einem anderen Ort. Von dort hatte er nur Positives gehört.
Da wollte ich hin und eine zweite Meinung einholen.

Den nächsten Beitrag und alle weiteren Fortsetzungen sowie den ersten Teil findet ihr ganz oben in der Linkleiste unter Meine Nierengeschichte.

Ein Kommentar zu „Meine Nierengeschichte: Nach dem Ü-35-Check

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