Wörter und Worte: „Vom Schicksal gebeutelt“


Bild von rawpixel auf Pixabay, Bearbeitung von mir

Heute beginne ich eine neue Rubrik. Sie ist ein Wenig so wie „Das Wort der Woche“ von freudenwege, aber doch anders. Vielleicht ergänzen wir uns ganz gut… Bei mir soll es in loser Folge um Redewendungen, Sprichwörter und Worte gehen, deren Hintergrund mir interessant erscheint. Oft stolpere ich über solche kleinen Erkenntnisse, und diese sollen hier ihren Platz finden.

Den Anfang macht „Vom Schicksal gebeutelt“. Jeder weiß, was gemeint ist, aber woher kommt diese seltsame Formulierung?

Das Wort „beuteln“ hat seinen Sinn-Ursprung in einer frühen Bedeutung des „Siebens“. Dabei wurde etwas in einen Beutel gegeben und dieser stark geschüttelt, so dass feines Puder heraus staubte. Dieser Vorgang wurde in der früheren Technik von Getreidemühlen genutzt. Der letzte Teil des Mahlens bestand darin, das fast fertige Mehl in einen Stoffsack oder -schlauch zu füllen und so von allen Seiten zu schlagen, dass ganz feines Puder durch die Poren des in der Fachsprache „Beutel“ genannten Stoffbehälters drang. Dieses war dann das fertige Mehl. Der Vorgang des Schlagens nennt sich in der Fachsprache „beuteln“.

Hier ist ein Video, das ein sogenanntes Beutelwerk mit einem Stoffschlauch zeigt.

Der Schlauch wird also gerüttelt und geschüttelt und geschlagen. So muss sich jemand fühlen, der vom Schicksal genauso behandelt wurde, nämlich gebeutelt.

2 Kommentare zu „Wörter und Worte: „Vom Schicksal gebeutelt“

  1. Also zum Einen finde ich diese neue Rubrik ausgesprochen interessant und freue mich, da neue Erkenntnisse auf diesem Weg zu sammeln.

    Da ich mich aktuell in der Phase der Umentwicklung befinde, weil ich der Überzeugung bin, dass mich zu geringe positive Gefühle für mein (Berufs)Leben in den letzten Jahren gesundheitlich beschädigt haben, möchte ich auch aus diesem Beitrag ein positives Substrat entnehmen.

    Da Beuteln ist für das Mehl wie sicherlich auch für das Schicksal einer betroffenen Person eine unangenehme Angelegenheit. Aber bringt nicht eben dieser rüde Vorgang erst das feine Mehl zu Tage? Kann nicht auch der gebeutelte Mensch darin einen Entwicklungsprozess der Verfeinerung für seine Persönlichkeit sehen?

    XXL-Grüße

    Bönschi

    Gefällt 2 Personen

    1. Lieben Dank für deinen Zuspruch! Und ja, natürlich kann das Beuteln bei der Persönlichkeitsbildung helfen. Wenn das „Mehl“ richtig aufgefangen wird und nicht zerrieselt. Ich habe beides schon gesehen. Mein persönliches „Mehl“ klaube ich gerade zusammen. 😉
      Aber ich verstehe deinen Impuls, man findet ihn auch beim Diamanten wieder. Der muss das Schleifen über sich ergehen lassen, um richtig zu erstrahlen.
      Liebe Grüße zurück
      die Hoffende

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