Wörter und Worte: „Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen“


Bild von rawpixel auf Pixabay, Bearbeitung von mir

Wer kennt es nicht, dieses Sprichwort? Kaum sieht einer eine Spinne, ordnet er sie in die Tageszeit ein und weiß sodann, ob sie ihm Glück bringen wird oder nicht.
„Spinne am Morgen – Kummer und Sorgen.
Spinne am Abend – erquickend und labend.“

Moment mal. Erquickend und labend? Was an einer Spinne sollte denn bitteschön gut tun?
Spätestens an dieser Stelle müsste man eigentlich drauf kommen, dass mit der Spinne etwas nicht stimmen kann. So ist es auch!

In dem Sprichwort geht es um die Bedeutung des Spinnens, das als Grundlage für sämtliche gewebte Kleidung einmal eine große Bedeutung in unserer Gesellschaft hatte.

Bei armen Leuten, die kaum oder nur wenig Einkommen hatten, musste die Frau bereits am frühen Morgen am Spinnrad sitzen, um durch das gesponnene Garn einen (Zu-)Verdienst zu erwirtschaften.
Wer morgens schon spinnen musste, hatte oft Kummer und Sorgen, denn er war in Not.

Wer dagegen erst abends spann, tat das meist als freiwilligen Zuverdienst und in Gesellschaft. Die Frauen trafen sich und während gesponnen wurde, konnten sie tratschen und klatschen und sich über Neuigkeiten austauschen.
Spinnen am Abend war eine entspannende und oft unterhaltsame Angelegenheit – erquickend und labend.


Bild von WikiImages auf Pixabay

17 Kommentare zu „Wörter und Worte: „Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen“

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