Ein Lied mit Rattenschwanz

Eigentlich hatte ich nur eine harmlose Sendung mit Hits aus Deutschland gesehen. Von Festplatte. So nebenbei.

Dann kam „Superjeile Zick“ von Brings. Das hier (dass der Text im Video zu sehen ist, hilft als Nichtkölner nicht sooo viel…):

Dieses Lied gefiel mir schon immer (also seit 2001), Köln ist eine heimliche Liebe von mir.
Sagt E. plötzlich: „Das hat was Russisches.“
Steht eingeblendet: „Anlehnung an ‚Those were the days'“.
Und was von russischem Volkslied.

Wie jetzt?

Also erstmal den englischen Vorgänger angehört, von Mary Hopkin, den übrigens Paul McCartney 1968 produziert hat (… und „Hey Jude“ vom ersten Platz der Charts verdrängte.)
In der Beschreibung des Videos kann man übrigens den Text lesen.

Ja, das ist mir sehr vertraut, kenne ich.
Wieso ist mir der Zusammenhang zu Brings nie aufgefallen?

Jetzt wollte ich das mit dem Russischen aber auch noch wissen!
Da musste ich Google bemühen und und feststellen, dass ich eine Bildungslücke habe.
Und das, wo ich doch nicht unbelastet bin, was die russische Kultur angeht.

Es ist ein russischer Schlager, der auf einem Volkslied basiert. 1917 erstmals auf einer Schallplatte veröffentlicht. Aha!

Дорогой длинною (Dorogoi dlinnoju) ist ein Lied über eine Troikafahrt, mit dem fröhlichen Klingeln der Glöckchen und traurigen Erinnerungen und Wehmut.
Leider sind sämtliche Übersetzungen, die man im Internet finden kann, falsch.
Sämtliche automatischen Übersetzer übersetzen es ebenfalls falsch.
Sogar der deutsche Titel ist falsch.
Vielleicht versuche ich mich selbst einmal daran und formuliere es als Geschichte, mal sehen.

Dieses russische Lied wird jedenfalls auch heute noch gerne präsentiert:

Abschließend ist es also kein Wunder, dass Brings so viel Erfolg mit dem Lied hatte – die Melodie kannte ja irgendwie schon jeder und ist viel älter. Gefällt mir trotzdem noch immer.
Aber ich habe jetzt einen tierischen Wurm im Ohr…