Zwischenstand

Endlich scheinen sie weg zu sein, die Auswirkungen meiner ersten Impfung. Mein Immunsystem hat sich kräftig gewehrt und mir ging es nicht gut. Das Allgemeinbefinden war grottig, der Blutdruck ging rauf und runter, meine ohnehin schon vorhandenen Schlafstörungen wurden noch schlimmer, ich war dauernd müde und hatte außer morgens gar keinen Appetit und Hunger (im Gegenteil, wenn ich ab dem Nachmittag noch was aß, wurde mir übel).

Heute ist der erste Tag, an dem ich mich wieder wohl fühle.

Ich habe die Zeit genutzt, um in meiner Seele etwas aufzuräumen. Da ruhten noch Altlasten, die ich nicht mehr auf dem Schirm hatte – vielleicht schreibe ich zu gegebener Zeit noch was dazu. Wenn es einem schlecht geht, bricht sowas hervor, so geht mir das öfter. Als würde das grottige Gefühl noch ein i-Tüpfelchen brauchen. Jedenfalls hoffe ich, dass ich irgendwas machen kann, damit es mir in dieser Hinsicht wieder besser geht. Meine beiden besten verstorbenen Freundinnen kann ich ja leider nicht wieder lebendig machen… Nachdem bei mir der vertraute Wohnort, der Freundes- und Bekanntenkreis, der Beruf und auch die Haustiere weggefallen sind, habe ich mich zu sehr durch meine Krankheit definiert. Das scheint mir ziemlich doof, ich bin doch mehr als nur krank! Über die zukünftigen (alten?) Inhalte muss ich mir aber erst noch klar werden.

Außerdem versuche ich gerade, meine Prokrastination (Aufschieberitis) zu bekämpfen. Vor allem abends/nachts merke ich sie ganz schlimm, nennt sich „revenge bedtime procrastination“, die dann zu Schlafstörungen führt. Freilich geht das nur, wenn die Depression nicht gerade das Heft in der Hand hat – es gilt, beides zu unterscheiden. Aber dabei weiß ich wenigstens, was ich machen muss.

Bei solchen Erkenntnissen wie jetzt, die zusammen mit meinem Besserungsgefühl wie ein Aufwachen sind, hätte ich gerne sofort mit meiner Psychotherapeutin gesprochen, aber bis zum nächsten Termin dauert es noch zwei Wochen. Vielleicht zeige ich ihr einfach diesen Blogbeitrag, wenn es soweit ist, und dann wärmen wir das nochmal auf.

Euch wünsche ich alles Gute. Ich bin froh, dass ihr hier seid!
Eure Hoffende

Ich wollt‘ ich wär‘ immun

The happy Disharmonists – Ich wollt´, ich wär immun!

Fundsache bei Oma Schlafmütze

Nach meiner ersten Impfung habe ich nicht mehr allzu lange, bis ich mich auf der sichereren Seite fühlen darf. Wenn dann noch das Versprechen eingelöst wird, das Geimpften gerade gemacht wurde, könnte mein Leben tatsächlich wieder einen Funken Normalität erhalten.