Kleiner Alltags-Sexismus

Am Wochenende haben E. und ich wie jedes Jahr ein Auto zum Ausstellen bei einer Messe in unserem Ort gebracht. Das Auto war eine Stretchlimousine, also ziemlich lang. Ich bin E. wie immer mit unserem Auto hinterhergefahren, um ihn auf dem Rückweg wieder mitzunehmen. Eigentlich ein ganz normaler Vorgang, Routine für uns und wegen des Aufwandes von insgesamt 20 Minuten keine Rede wert, eine Gefälligkeit für einen sehr guten Bekannten.

Aber dann ist etwas passiert, das mir gar nicht mehr aus dem Kopf geht und das ich für absolut nicht mehr zeitgemäß, wohl aber für die Wahrheit in manchen Köpfen halte.

Es gab an der Straße einige Parkbuchten und E. belegte mit der langen Limousine mindestens zwei davon. Die anderen waren alle besetzt. Ich blieb – wie immer – auf der Straße stehen, damit E. genug Ruhe zum Einparken hatte, und wartete, den rechten Blinker eingeschaltet. Auch wie immer. E. würde ja gleich wieder bei mir einsteigen. Die Fahrzeuge hinter mir überholten brav, so viele waren es nicht.

E. ging dann schnell in das Haus, in dem die Messe (eine kleine!) stattfand, und kam mit einem Herren Mitte 50 und einer Dame wieder, die die Limousine noch etwas anders hin dirigierten. Ich sah, dass sie am Ende nicht komplett in der Parkbucht stand, und gab Zeichen an E., der das aber nicht bemerkte.
Stattdessen kam dieser Herr zu mir und fragte sehr (selbst)gefällig: „Was möchten Sie denn?“
Ich, als routinierte Helferin sagte: „Die Limo steht nicht richtig drin.“
Er: „Ah…“ (und dachte wohl: Was hat DIE für eine Ahnung davon?) „Ich sag’s ihm.“ (Mit einem Ton von oben herab und meine Bedenken direkt herunterspielend, unglaublich.) Er wusste offensichtlich nicht, wer ich war, und konnte es sich auch nicht zusammenreimen.

Er ging also zurück zu E., der Frau und der Stretchlimousine. Daraufhin stiegen alle drei in das Auto ein. Nach einer Weile stiegen sie wieder heraus, verabschiedeten sich und E. stieg bei mir ein.

Ich fragte: „Hat der dir gesagt, dass die Limo nicht richtig drin steht?“ – „Nö.“ (Ich wusste es schon vorher.)
E. guckte sich das dann kurz an und entschied, dass alles gut so ist, ansonsten müsste er etwas auf dem Fußweg stehen. Okay, aber das sollte ER halt entscheiden und nicht dieser Herr X.

Am spannendsten war aber, was u.a. besprochen wurde, als die Drei „Probesitzen“ gemacht haben und ich sie nicht sehen konnte.
Da fragte der Herr nämlich ziemlich abfällig: „Was will eigentlich die Alte da, die die ganze Zeit so penetrant rechts blinkt? Die hat hier keinen Platz mehr zum Parken, rafft die das nicht?“
Darauf E.: „Das ist meine Frau, sie nimmt mich wieder mit.“
Es folgte eine kleine Serie an Entschuldigungen, aber das nützt dann auch nix mehr, wenn die Lebenspartnerin des Gegenübers eben als „Alte“ betitelt und als etwas blöd dargestellt wurde.

Leider erfüllte dieser Herr sämtliche Klischees des überaus wichtigen und Frauen verachtenden Geschäftsmannes. Sexismus ist noch immer äußerst verbreitet und kommt fast ständig, oft unterschwellig im Alltag vor. Es wird wirklich Zeit, dass dieses Denken endlich ausstirbt.

12tel Blick 2020 Fortsetzung: „Die Baustelle“ – August 2021

2020 fotografierte ich im Rahmen des Fotoprojektes „12tel Blick“ die Baustelle einer Moschee. Wegen Corona und vielleicht auch aus Geldmangel konnte der Bau nicht wie vorgesehen im Sommer 2020 fertiggestellt werden, deshalb beobachte ich nun in diesem Jahr weiter, was auf der Baustelle passiert.

Erläuterungen zu dem Fotoprojekt können beim ersten Foto nachgelesen werden: „Die Baustelle im Januar 2020„. Hier werde ich mich eher kurz fassen, weil mein Fokus natürlich auf dem neuen Projekt liegt, das sich „Das Grundstück 2021“ nennt.

Etwas spät veröffentlicht, aber trotzdem rechtzeitig fotografiert: Hier ist das Bild der Baustelle vom August 2021:

Außer dem gewachsenen Unkraut, mehr rumliegendem Müll und der fehlenden Sonne hat sich äußerlich leider nichts geändert. Wahrscheinlich finden weitere Innenausbauten statt, denn das Hämmern und Bohren kann man ziemlich gut hören.

Viele Grüße

Vorige Aufnahmen zu diesem Fotoprojekt von diesem Jahr:
Januar 2021
Februar 2021
März 2021
April 2021
Mai 2021
Juni 2021
Juli 2021

Die Verlinkungen zu den Bildern des Jahres 2020 findet ihr im Beitrag „12tel Blick November/Dezember 2020„.

Montagsstarter 39/21

Bei mir kommt der Montagsstarter wie immer erst am Dienstag, aber er kommt!

Letzte Woche wollte ich den Rasen bewässern, was auch dringend nötig gewesen wäre, und dann passierte es mir wirklich jeden Tag, dass ich wegen des warmen und sonnigen Wetters lieber auf den Sonnenuntergang warten wollte und mir der Rasen erst wieder einfiel, als es stockdunkel war.

❷ Manchmal wünsche ich mir, dass ich die Zeit vor- oder zurückdrehen kann.

❸ Ein nettes Verhältnis zu meinen Schwiegereltern ist möglich, aber um einige Themen müssen wir einen großen Bogen machen. Z.B. reden wir lieber nicht über die Wahl – ich bin überzeugt, dass wir unsere Kreuzchen komplett gegensätzlich verteilt haben.  

❹ Erdbeeren muss/müssen mit Sahne gegessen werden. Und mit viel Zucker!

Vor kurzem probierte ich mal wieder was ganz Klassisches zu kochen, nämlich Schnitzel mit Kartoffelbrei und Blumenkohl – und das war richtig lecker! Die letzten Schnitzel, die ich gegessen habe, waren immer irgendwo bestellt und irgendwie fehlte mir da immer was. Essen von Köchen ist halt keine Hausmannskost.  

Hast du beim Blick auf das Wahlergebnis auch so komisch geguckt?

Diese Woche habe ich wegen möglicher Spontanität und um Stress zu vermeiden nicht so viel geplant und außerdem steht/stehen bisher fast keine Termine im Kalender.

Liebe Grüße und habt alle eine gute Woche!

Zur Erklärung: Der Montagsstarter ist ein Lückentext, die Vorgaben sind fett geschrieben. Das Original gibt es wie immer bei antetanni und diesen Montagsstarter findet ihr unter diesem Link.

Meine Woche (KW 38/2021)

Getroffen: die Lola-Leute, einen Bekannten und später noch einen

Gemacht: eingekauft, mit meinen Eltern und ein bisschen mit meiner Schwester gewhatsappt, Spaziergang mit E., an einer Homepage gebaut und sie beendet, Inlay verloren und wieder ein“kleben“ lassen, verblühte Geranien abgeschnitten und vertrocknete Blätter entfernt, alle Pflanzen auf dem Balkon gegossen, E. bei der Erstellung eines Flyers geholfen, nächtliche Autotour mit E. mit kurzem Spaziergang

Gewesen: zu Hause, beim kleinen Bruder vom Lieblingssupermarkt, im Autohaus, beim Zahnarzt, bei der Gynäkologin

Getrauert: Um Wilfried Dziallas, ehemaliger Revierleiter im „Großstadtrevier“. Er ist mit 77 Jahren trotz 2-fach-Impfung an Covid-19 gestorben.

Gesehen:
– Filme und Serien: „Mythbusters“ (halbwissenschaftliche Doku-Serie), „Star Trek – Die nächste Generation“ (Serie), „Knight Rider“ (Serie), „Großstadtrevier“ (Serie), „Flucht von Alcatraz“ (Film), „Inside Nordkorea“ (Doku, in der Mediathek noch bis zum 30.09.2021 zu sehen)
– Natur: einen Specht, Eidechsen, Jupiter und Saturn (Planeten), Birken und eine Kiefer auf der Ruine hinter unserem Grundstück, Schmetterlinge, viele Vögel auf einem Kran
– Sonstiges: die Frau von ganz schräg oben, einen unbekannten Mann in einer Garage auf unserem Hof (mehrmals, am Auto bastelnd), eine Krähe auf dem Garagendach vom Nachbarhaus, einen Hubschrauber (ADAC?), eine Ratte in der Papiermülltonne (an einer Bäckertüte knabbernd)

Gehört: Meisenzwitschern, das Klopfen eines Spechts, Schlager aus den 70-ern, Lärm von draußen, 80-er-Jahre-Radio, Krähen

Gerochen: Rosenduft

Gelesen: „Die Fahne des Pfeiferhänsleins“ von Alex Wedding

Gespielt: „My Café“ (Tablet), „Chain Cube“ (Tablet), „Anno 1800“ (PC), albernes „Bilderlotto“ mit E.

Gegessen: selbst gemacht: Maultaschenpfanne (mit Nudeln, Bacon, Zwiebeln und Ei), Schnitzel mit Kartoffelbrei und Blumenkohl mit brauner Butter / bestellt/geholt: BigMäc / aufgewärmt: den Rest Maultaschenpfanne / Sonstiges: Toastbrot und Brötchen (mit Honig und mit Eszet-Schnitten), Brötchen mit Geflügelsalat

Genascht: Duplo, Nimm 2, Toffifee, Mentos Frucht, Geleebananen

Getrunken: ACE-Saft, Kaffee, Wasser, Fanta

Gekauft/bestellt: neue Akkus für’s Telefon

Gesucht: das Buch, das ich zur Jugendweihe bekommen habe („Vom Sinn unseres Lebens“)

Gefunden:
– eine Menge Stinkwanzen und andere kleine Insekten, als ich nach langer Zeit mal wieder die Sonnenschirme öffnete
– meine alte Jugendweihe-Urkunde

Gefühlt: froh, tatendurstig, zufrieden, verwirrt, genervt, angestrengt, traurig, albern

Gelacht: ja

Geweint: fast

Gelitten:
– An Schmerzen im Bein, die diese Woche wieder stärker waren.
– Unter der nicht vorhandenen Frustresistenz von E., die mich runtergezogen hat.

Genossen: den spätsommerlich/frühherbstlichen Sonnenschein

Gefreut: über die fertige Homepage und etwas Anerkennung durch E. und einen sehr guten Freund (ist privat)

Geärgert: über die Rücksichtslosigkeit des Nachbarn, der am Wochenende ziemich lautstark in seinem Haus arbeiten lässt (zzgl. Musik und offene Fenster)

Gefragt und geantwortet: Ob sich bei diesen Wahlen wirklich irgendwas ändern wird? – Nö. Bis auf kleine (Miss-)Erfolge bei kleineren Parteien nicht.

Gedacht: Ich möchte weglaufen. Aber wohin?

Gewogen: ein halbes Kilo abgenommen

Gemessen: Schritte (ziemlich gut)

Geplant: Wieder Blutdruck messen. Wichtig!

Fazit: Eine gute Woche bis auf den Stress mit E.s Krankheit. Außer Müdigkeit und seltsamen Kopfschmerzen auch keine Nebenwirkungen von der Impfung letzte Woche.

Die Idee für diesen Rückblick habe ich bei LutzBs Blog Magic Landscapes gefunden. „Meine Woche“ ist für mich eine Wahrnehmungs- und Achtsamkeitsübung sowie eine Art Tagebuch.

Freitagsfüller #645

Eigentlich wäre ich ja wie geplant 18 Uhr hier gewesen. Aber dann kamen die Schnitzel dazwischen… Jetzt bin ich wohlig gesättigt und los geht’s!

1. Das Zimmer könnte echt mal wieder gestrichen werden. Aber weder E. noch ich noch wir beide zusammen konnten bisher die Kraft dafür aufbringen. Die Farbe steht schon lange bereit. Hoffentlich nicht zu lange.

2. PC-Spiele und Ahnenforschung sind meine Leidenschaft(en). Die eine existiert schon seit etwa 30 Jahren, die andere erst seit etwa eineinhalb. Zeitraubend sind beide, aber in beiden kann ich mich auch völlig verlieren und das Drumherum vergessen. Manchmal brauche ich das.

3. Der Abschied von meinen Eltern fällt mir jedes Mal schwerer. Irgendwann wird es der letzte Abschied von meinem Vater sein. Er baut ab. Kein Wunder nach einem großen und einigen kleineren Schlaganfällen.

4. Bei mir geht nur noch selten etwas auf die Schnelle. Gut‘ Ding will Weile haben.

5. Ich könnte mal wieder abhauen, soviel Lärm ist hier tagsüber. Aber zum Glück zieht die Frau von ganz schräg oben morgen aus, dann ist dieser Lärm zeitlich begrenzt. Hoffentlich kommt jemand Nettes nach.

6. Der Hauseingang befindet sich direkt vor meinem Küchenfenster. Ich bin überzeugt, dass ich heute wieder einige Leute gequält habe – mit dem leckeren Duft von gebratenen Schnitzeln, gekochtem Blumenkohl mit brauner Butter und Kartoffelbrei. Sie können mir nicht entkommen, sie müssen alle an dem Fenster vorbei, haha!

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf etwas Homepagebasteln, morgen habe ich geplant, in Anno zu versinken und nebenbei den Rasen bewässern zu lassen (bei der Aufforderung zum Kaffeetrinken stelle ich den Rasensprenger dann um), und Sonntag möchte ich die hoffentlich vorhandene sonntägliche Ruhe genießen und irgendwas machen, worauf ich spontan Lust habe!

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und grüße euch alle!

Zur Erklärung: Der Freitagsfüller ist ein Lückentext, meine „Füllungen“ sind fett geschrieben. Das Original gibt es wie immer bei Barbara und diesen Freitagsfüller findet ihr unter diesem Link.