Gemischte Gefühle

Vor 3 Tagen ist eine alte Bekannte von mir gestorben. Wir hatten in den letzten Jahren keinen Kontakt mehr, aber über frühere gemeinsame Freunde, die heute noch Bekannte sind, habe ich es erfahren.

Die Bekannte hatte wohl Asthma und Angst vor den Nebenwirkungen der Impfung gegen Covid-19. Auch hat sie Menschen geglaubt, die meinten, man bräuchte keine Masken und Impfungen. Vielleicht zum eigenen Schutz.

Wie dem auch sei: Sie hat sich infiziert, wurde positiv getestet und hat nach diesem Ergebnis nur noch knapp einen Monat gelebt, zuletzt im Koma.

Während ich das noch verdauen muss, nehme ich heute meinen Termin bei der Nierenkontrolle wahr. Wie immer: Blut abnehmen, Blutdruck messen, Arztgespräch. Sagt der Arzt nach der Begrüßung: „Ich habe ein Angebot für Sie. Eine dritte Impfung. Wollen Sie?“ Ich stimme ohne zu Überlegen zu. Meine Antikörper sind nur gering, was meine T-Zellen nach den ersten beiden Impfungen machen, weiß keiner. Ich möchte auf Nummer sicher gehen. Keine 5 Minuten später ist die Spritze drin, diesmal mit einem anderen Wirkstoff (von Moderna, vorher hatte ich den von Biontech).

So kann es gehen. Ich bin froh, dass meine Krankheiten (einerseits die mit den Nieren und dem herabgesetzten Immunsystem und andererseits die Angststörung) mir die Wahl „impfen oder nicht“ quasi abgenommen haben. Mir tut die Bekannte leid, die ihr Dilemma letztlich mit dem Leben bezahlen musste.