Heute habe ich angefangen

Ich habe mir medikamentöse Unterstützung geholt. Mit dem Ende meiner Psychotherapie und den letzten auf zwei Jahre gestreckten Sitzungen ging es schrittweise immer weiter abwärts mit meinem psychischen Wohlbefinden. Das „Ihre-Therapie-ist-zuende, weil die vorgesehenen Stunden ausgeschöpft sind“, ist wie im Stich gelassen zu werden. Dir geht’s besser? Prima! Dir geht’s wieder schlechter? Tja. Die zwei Jahre Wartezeit sind noch nicht rum. Sieh zu, wie du klar kommst! Das ist echt eine „tolle“ Regelung! Mein nächster Therapietermin ist erst Ende Januar, so lange kann ich nicht mehr warten.

Eigentlich wollte ich mir vom Nierenarzt am Mittwoch nur eine Empfehlung holen. Für ein Medikament, das meine damit überforderte Psychiatrin mir dann verschreiben könnte. Sie schreckt vor den ganzen Wechselwirkungen mit meinen sonstigen Medikamenten zurück, was ich verstehen kann, aber im Notfall nicht hilfreich ist. Aber ich musste gar nicht zu ihr. Der Arzt hat mir direkt was aufgeschrieben, einen Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer. Und gleich eine „Familienpackung“!

Es wird wohl 14 Tage dauern, bis das richtig anschlägt. Ich hoffe, dass ich es auch vertrage. Zwei Bekannte von mir haben Erfahrung damit und der Erfolg war 50/50. Eine(r) nimmt es nicht mehr wegen zu starker Nebenwirkungen und eine(r) nimmt es schon seit Jahren.

Ich hoffe sehr, dass es mir hilft, denn in den Details auf dieser Seite (und den folgenden Unterseiten) über Depressionen habe ich mich fast in allen Punkten wiedergefunden. Mein Ich-Gefühl ist aus dem Gleichgewicht geraten und das fühlt sich krank an. Da muss unbedingt was passieren, sonst sitze ich wieder nur noch stundenlang auf der Couch und denke über das Ende nach, wie damals, als ich letztlich mit der Psychotherapie angefangen habe.

Drückt mir bitte die Daumen, dass das Medi auf Anhieb „funktioniert“!
Liebe Grüße

15 Kommentare zu „Heute habe ich angefangen

  1. Ich hoffe für dich, dass das Medikament die gewünschte Wirkung zeigt. Selber nehme ich nur ein Notfallmedikament, weil die vielen anderen, die ich ausprobiert habe, nie Erleichterung verschafft habe, sondern nur große Nebenwirkungen hatten. Jeder Mensch ist anders. Das mit der Zweijahresfrist ist nicht gerecht, nicht den Menschen gerecht, die leiden und Hilfe dringend brauchen. Ich kenne das leider nur zu gut. Denn eine Depression kommt zwar manchmal über Nacht, braucht aber Jahre, um wieder zu verschwinden. Gespräche, Gespräche, Gespräche sind bei der Aufarbeitung so wichtig und manchmal ist ein Leben sehr komplex und das geht nicht mit 84 Therapiestunden …

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    1. Liebe Piri, du lässt ja keine Kommentare mehr für deine Beiträge zu und das ist dein gutes Recht, trotzdem, ist es mir ein Bedürfnis, dir zu sagen, dass mich dein Beitrag getroffen hat, denn ich habe eine Tochter mit Depressionen und suizidalen Gedanken. Auch der Hoffenden wünsche ich eine schnelle Wiederaufnahme der Therapie, Regelungen sollten immer nur auf Empfehlungsbasis sein, so dass es im begründeten Fall eine Ausnahme geben kann.

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      1. Danke für deine Wünsche. Ja, das ist richtig, was du schreibst. Im begründeten Fall. Leider war es mir in den vergangenen Sitzungen nicht möglich, der Therapeutin die Verschlechterung meines Befindens deutlich zu machen. Mir geht es einfach zu gut, wenn ich bei ihr bin. Würden wir uns öfter sehen, würde der Effekt sicher nicht mehr so funktionieren. Die Katze beißt sich da in den Schwanz. Ich denke, ich werde ihr eine E-Mail schreiben und dann sehen wir weiter.

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    1. Danke dir. Der erste Effekt gestern schon war, dass dieses drückend-kranke Gefühl weg war. Allerdings haben auch Schlafstörungen eingesetzt, die ich so noch nicht hatte. Na, mal sehen, wie das weitergeht. Der Körper muss sich bestimmt erst dran gewöhnen.

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    1. Danke sehr, zumindest ist seit gestern dieses krankhaft traurige Gefühl weg. Aber ich habe jetzt auch andere Schlafstörungen. Ich werde es beobachten. Erstmal ist mir jedenfalls schon geholfen, obwohl sich die eigentliche Wirkung erst nach 14 Tagen entfalten soll.
      Liebe Grüße zurück!

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    1. Danke dir, liebe Nell! Woher solltest du das auch wissen, ich habe da so deutlich ja nie drüber geschrieben. 😉 Nebenwirkungen gibt es leider, der Schlaf ist massiv gestört. Erst kann ich nicht einschlafen und dann nicht wieder wach werden. Aber schon gestern ging es mir psychisch besser (obwohl das eigentlich erst nach 14 Tagen sein sollte), und das ist erstmal die Hauptsache!

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