Mittwochsfragen #49

Im Blog Geschichten und Meer habe ich die Rubrik „Mittwochsfragen“ gefunden. 1000 Fragen an mich selbst. Leider wurden die Fragen dort inzwischen gelöscht, deshalb habe ich die Fragen zwischenzeitlich von Steffissenf genommen. Sie war mit ihrer Zählung um eine verrutscht, aber ansonsten stimmten die Fragen. Leider ist ihr nach Frage 820 die Luft ausgegangen, und den Rest nehme ich jetzt von Pinkepank (weit runterscrollen). Trotzdem vielen Dank auch heute noch an die gnädige Frau für ihre Inspiration!
Hier sind die Antworten 961 bis 980.

961: Wann hast du dich overdressed gefühlt?
Nie. Bei mir ist immer eher das Gegenteil der Fall.

962: Was machst du mit den Erinnerungen an deine Expartner?
Die habe ich im Gedächtnis behalten. Vom ersten habe ich nix mehr, ist alles im Feuer des damaligen Ofens gelandet. Ansonsten existieren mit zunehmenden Jahren mehr Fotos, einmal sogar ein begonnenes Album. Andere Gegenstände habe ich aber nicht behalten.

963: Hast du schon mal in einem Schloss geschlafen?
Nein.

964: Wofür schämst du dich?
Für manche blöde Aktion von mir in der Vergangenheit. Ich mag mich an Details nicht erinnern. Manchmal passiert das beim Einschlafen, dann muss ich immer seufzen und tief durchatmen.

965: Schreibst du Geburtstagskarten?
Nein. Im Kartenschreiben bin ich generell nicht gut, obwohl der gute Wille mal da war. Aber dann stapelten sich die unbeschriebenen Karten und ich hab’s gelassen.

966: An welches ungeschriebene Gesetz hältst du dich konsequent?
Wenn jemand wirklich Hilfe braucht, helfe ich.

967: Wann hast du zuletzt eine Wanderung gemacht?
Vor reichlich einem Jahr am Donnersberg, aber nur eine kleine. Meine Kondition reicht nicht zu viel mehr.

968: Kannst du dir für die Dinge, die dir Freude bereiten, mehr Zeit nehmen?
Ganz viel. Das ist der Vorteil meines Rentnerdaseins.

969: Welche Klassiker hast du gelesen?
Also das kann ja jetzt nur ein Auszug werden, was mir gerade ein- oder beim Googeln auffällt. In der Schule und im Studium habe ich sehr viel davon gelesen/lesen müssen, wobei einiges auch wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Also hier ein paar Beispiele: „Das Tagebuch“ der Anne Frank, „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry, „Deutschland. Ein Wintermärchen“ von Heinrich Heine, „Die Blechtrommel“ von Günther Grass, „Die Elenden“ von Victor Hugo, „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe, „Die Räuber“ von Friedrich Schiller, „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe, „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing, „Robinson Crusoe“ von Daniel Defoe und „Wüstenblume“ von Waris Dirie.

970: Welche Person aus deiner Grundschulzeit würdest du gern wiedersehen?
Niemanden. Ich hatte sie 10 Jahre lang um mich, einige habe ich inzwischen getroffen und mit manchen werde ich mich nochmals treffen, weil sie nahe bei meinen Eltern wohnen und man sich manchmal über den Weg läuft. Extra treffen muss ich aber keinen von ihnen.

971: Malst du dir manchmal aus, wie es wäre, berühmt zu sein?
Ja, wenn ich mich in andere hineinversetzen möchte. Eine fürchterliche Vorstellung.

972: Welches Museum hast du in letzter Zeit besucht?
Keins. Aber geplant ist für die Nach-Coronazeit das Senckenberg-Museum in Frankfurt/M. Und in Dresden irgendwann mal das Hygienemuseum.

973: Experimentierst du gern beim Kochen?
Wenn es Zutaten sind, mit denen ich mich auskenne, ja. Ansonsten halte ich mich lieber strikt ans Rezept.

974: Wie wichtig sind Frauen in deinem Leben?
Ziemlich. Ich habe z.B. lieber weibliche Ärzte. Manchmal überfordern mich Frauen aber auch, weil ich so anders bin als sie.

975: Machst du gern Komplimente?
Ich sage gerne, wenn ich mich freue, weil jemand etwas gut gemacht hat, oder mir etwas gut gefällt, ja. Ob das nun unter „Kompliment“ fällt…

976: An wem kannst du dir mal ein Beispiel nehmen?
An pragmatischen Menschen.

977: Wann hast du zuletzt einen Tag am Strand verbracht?
Vor mehr als 10 Jahren. Danach unterbrach die Dialyse den Strandaufenthalt und inzwischen darf ich gar nicht mehr länger in die Sonne.

978: Mit wem kannst du stundenlang über Belangloses quatschen?
Mit niemandem. Belanglose Gespräche langweilen mich schnell.

979: In welcher Hinsicht bist du immer noch ein bisschen naiv?
Ich glaube immer noch an das Gute im Menschen.

980: Trägst du Schmuck, der für dich einen Erinnerungswert hat?
Nein, ich trage gar keinen Schmuck.

„Sie haben ein Virus auf Ihrem PC!“

So sagte der Anrufer zu einem älteren Bekannten von E. Er würde bei Microsoft arbeiten und hätte dieses Problem festgestellt. Er würde aber gleich helfen, der Bekannte müsste nur ein Programm installieren und dann würde der Microsoftmitarbeiter alles für ihn machen.

Oh Mann! Der Bekannte (ohne Ahnung von PCs) hat tatsächlich 1,5 Stunden mit dem vermeintlichen Microsoftmitarbeiter telefoniert und ihn auf seinem PC rumfuhrwerken lassen.

„Er hat mir ganz viel gezeigt, da waren viele Ausrufezeichen, was alles defekt war!“
Sogar ich könnte euch sagen, wie ihr euch diese Liste anzeigen lassen könnt. Und ja, da sind ganz viele Ausrufezeichen, bei jedem! Das wird von den falschen Mitarbeitern genutzt, um Eindruck zu schinden, hat aber sonst gar keinen Zweck.

Das Ende vom Lied war, dass der Bekannte seine Bankdaten eingeben sollte – was er Gottseidank NICHT gemacht, sondern – unter Beschimpfungen und Drohungen durch den bis dahin netten „Microsoftmitarbeiter“ – das Gespräch beendet hat.

Aber: Der PC ist jetzt mit einem Passwort versehen, das er nicht kennt. Und innerhalb kürzester Zeit wurden einige Bestellungen durch Unbekannt von seinem Amazonkonto und bei Ebay getätigt, obwohl er schnell war und die wichtigsten Passwörter geändert hat.

Die Bestellungen konnten rückgängig gemacht werden und eine Fachfirma hat die Schadsoftware vom PC genommen (ob sie alles gefunden haben?) Vielleicht können Daten von der Festplatte gerettet werden, vielleicht nicht. Der Schaden wäre groß.

Übrigens, wenn das Gespräch nicht beendet worden wäre, hätte der „hilfsbereite“ Mensch irgendwann auf das Passwort aufmerksam gemacht und einen Geldbetrag zum Wiederfreischalten verlangt. Versucht werden sollte es, denn das Telefon klingelte danach nochmal. Zum Glück ist der Bekannte nicht mehr rangegangen.

Man nennt solche Anrufe „Scam“ – wusste ich auch noch nicht.

Was für eine Story, aber ich kann mir dabei eigentlich nur an den Kopf fassen, denn ich kenne diese Masche schon lange. Es ist auch ganz einfach, denn:

Microsoftmitarbeiter rufen niemals an! Nie!
Wenn so jemand anruft und meint, er wäre ein Microsoftmitarbeiter, lügt er. Immer!

Man lässt niemals fremde Menschen auf seinen Computer zugreifen!
Klar gibt es hilfsbereite Leute, aber mit denen hat man das vorher abgesprochen und wird nicht überrumpelt.

Für ältere Leute ist es am besten, wenn sie überhaupt nicht ans Telefon gehen, wenn kein Name im Display angezeigt wird.
„Es könnte ja eine Versicherung sein.“ Ja, diese Nummer kann man nach dem Klingeln in Ruhe überprüfen und ggf. zurückrufen. Hier können älteren Leuten auch Familienangehörige oder nette Nachbarn helfen.

Zum Abschluss habe ich noch ein paar Links zum Thema für euch.

Eine Warnung der Verbraucherzentrale
Warnung: Abzocke durch vermeintliche Microsoft-Mitarbeiter

Ein Beitrag der Verbraucherzentrale Hamburg
https://www.vzhh.de/themen/telefon-internet/phishing-mails-spam/microsoft-bei-anruf-250-euro

Ein Beitrag von Microsoft zum Thema Scam-Anrufe
https://news.microsoft.com/de-de/scam-anrufe-betrug-mit-system/

Aufklärung der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/falsche-microsoft-mitarbeiter/

Ich wünsche euch und euren Verwandten und Bekannten, dass ihr von solchen Anrufen und anderen Betrügereien verschont bleibt!

Alles Liebe

Meine Woche (KW 47/2020)

Getroffen: einen sehr guten Bekannten, meine Psychotherapeutin (als zukünftige Über-Mieterin), einen Bekannten von E., einen Freund von E., meine Schwester mit ihrer Tochter

Gemacht: Tabletten für 3 Wochen gerichtet, die Pflanzen im Wohnzimmer gepflegt und alle Pflanzen (in der Wohnung und im Hausflur) gegossen, 3-Monats-Spritze zu holen versucht (nicht lieferbar), Haushaltskram (Wäsche gewaschen und zusammengelegt, versteckte Ecken geputzt, aufgeräumt), Ahnenforschung, Sonnenschirme vom Balkon in den Keller gebracht, eingekauft, Schuhe zurückgeschickt (zu klein), Spaziergänge mit E., Kalorien gezählt

Gewesen: zu Hause, in der gynäkologischen Praxis, im Autohaus, bei Netto

Gesehen:
– Filme und Serien: „Medical Detectives“ (Krimi-Doku), „Bob Ross – The Joy of Painting“ (Mal-Serie), „Berlin 1945 – Tagebuch einer Stadt“ (Doku), „Alpenpanorama“ (Webcams in Skigebieten mit passender Musik unterlegt)
– Natur: einen herrlichen Sonnenuntergang, einen wunderbaren Sonnenaufgang („Der Himmel brennt“, Krähenschwärme, eine Meise (auf eine Erdnuss hämmernd)
– Sonstiges: das erste Lichterbäumchen, die Planeten Jupiter, Saturn und Mars (die ersten beiden werden immer schwächer), die Sternbilder Orion und Großer Wagen, reparierte Garagenfassaden auf unserem Hof

Gehört: Krähen, Elstern, Vogelzwitschern, dauerndes Hundegebell in der Nacht (es geht wohl wieder los), Renovierungsgeräusche aus der Wohnung über uns

Gerochen: scharfes Reinigungsmittel, ein fremdes Parfüm, Gummi von neuen Autoreifen

Gelesen: u.a. diesen Beitrag über Geruchs- und Geschmacksverlust als Auswirkung von Covid-19, mehrere geschichtliche Artikel, eine Liste über Erfindungen im Laufe der Geschichte

Gespielt: „Clockmaker“ (Handy), „Fallout 4“ (PC)

Gegessen: selbst gemacht: gebratene Putenbrust mit Rösti und Blumenkohl / bestellt/geholt: Chicken Nuggets und Farmkartoffeln / aufgewärmt: Nudelpfanne mit Frikadellen und Gemüse / Sonstiges: Toast mit Pflaumenmus, Wackelpudding, Pfeffernüsse, Kräuterquark

Genascht: Duplo, Nimm 2, Fruchtbonbons, Toffifee, Kuhfleckenschokolade

Getrunken: Kaffee, ACE-Saft, Wasser, Pfefferminztee

Gekauft: nix Besonderes

Gesucht: Schlaf

Gefunden: noch mehr Ahnen

Gefühlt: knackige Kälte
– negativ: entsetzt, enttäuscht, müde, lustlos
– positiv: zufrieden, erfreut, gespannt

Gelacht: Ja.

Geweint: Nein.

Gelitten: immer noch an Durchschlafstörungen, wird durch’s nächtliche Hundegebell auch nicht gerade besser

Genossen: wieder die Sonnenstrahlen am Wochenende

Gefreut: über das Schreiben vom Volksbund (Informationen über die Grabstätte von einem im 2. Weltkrieg gefallenen Onkel)

Geärgert: Über die Dreistigkeit von Betrügern

Gefragt: Setzt man besser eine Maske auf, wenn es an der Tür klingelt?

Gedacht: Die Fibromyalgiegeschichte von E. nervt mich!

Gemessen: Blutdruck (bis auf einen Ausreißertag ziemlich gut), Schritte (viel zu wenig), Kalorien (zu viele Kohlenhydrate und Fett, zu wenig Eiweiß)

Geplant: Mehr Eiweiß essen und weniger Fett. Kalorien sparen lohnt im Moment nicht, die Waage ist böse!

Fazit: Mir fehlen die Abwechslung und die Gelegenheit Leute zu sehen.

Die Idee für diesen Rückblick habe ich bei LutzBs Blog Magic Landscapes gefunden. „Meine Woche“ ist für mich zu einer Wahrnehmungs- und Achtsamkeitsübung geworden. Das Ausfüllen hilft mir dabei, mich erinnern zu können und ein besseres Ich-Gefühl zu haben. Danke für die Inspiration, Lutz!

Nicht lieferbar zum Zweiten

Seit vielen Jahren gehe ich alle 12 Wochen in die gynäkologische Praxis, um mir die 3-Monats-Spritze geben zu lassen. Der normale Ablauf: Rezept holen, Medikament holen, Spritze bekommen – fertig.

Diesmal (Anfang der Woche) sahen mich die Schwestern erstaunt an. Ob ich einen Termin hätte? Nö, Spritze. „Haben Sie noch eine?“ – „Wieso denn das?“ – „Die Spritzen sind momentan nicht lieferbar.“ Na prima!

Ich bekam dann zwei Rezepte, eins für die Spritze, falls ich Glück hätte, und eins für eine „Pille“. Klar musste ich Letzteres einlösen, die Spritzen wird es erst im nächsten Jahr wieder geben. Aber eine Pille nehmen… bei mir ist das nicht so einfach. Ich kann nicht sorfort ein neues Medikament nehmen, weil es zu Wechselwirkungen mit meinen anderen Medikamenten, besonders den Immunsupressiva, kommen könnte. Ich muss alles immer erst abklären.

Also bei meiner Nierenärztin nachgefragt. Die meldete sich erst abends, hatte den ganzen Tag keine Zeit, nachzugucken. Am nächsten Tag abends bekam ich dann die Antwort.

Ende vom Lied: Ich darf die Pille zwar nehmen, aber der Zeitpunkt für die Einnahme war nun zu spät. Ich hätte an dem Tag anfangen müssen, als ich die Spritze bekommen hätte. D.h. ich muss nun warten, bis meine Regel wiederkommt, und dann damit einsetzen. Das wird irgendwann sein.

Ich weiß jetzt nicht so richtig, ob ich böse sein darf. Ich bin in der Praxis seit Jahren bekannt und die Nierengeschichte ebenfalls. Hätte man da nicht mal anrufen können, bevor das Kind in den Brunnen fällt? Aber wahrscheinlich erwarte ich da wieder zuviel. Ausbaden darf ich es nun. Bin minimal gefrustet, weil ich die Hormonumstellung jetzt schon merke.

Ach, übrigens, der Hersteller ist der, von dem die Impfung gegen Corona zu erwarten ist. Kann Zufall sein (ist es bestimmt auch), aber für mich hat es ein „Geschmäckle“.