Lebenszeichen

Ich bin noch da. Hab‘ einfach eine Auszeit gebraucht. Nicht nur vom Bloggen, nein, von fast allem. Ich habe meine sozialen Kontakte eingeschränkt, meine Zeit in den sozialen Medien, keine Nachrichten mehr gesehen und gehört. Rigoros aus- oder umgeschaltet, sobald sowas kam. Auch politische Reportagen und Kommentare waren tabu. So konnte ich mich ein paar Wochen ganz auf mich konzentrieren – und das tat sooo gut! Nicht das Elend der Welt auf meinen Schultern tragen, sondern nur für mich da sein…

Ich habe auch den Haushalt schleifen lassen. Wer sagt eigentlich, dass alles immer tiptop sein muss? Dann lag die Wäsche eben rum und es war nicht gesaugt. Na und? Dafür habe ich mich prima gefühlt! Endlich nicht mehr getrieben und gehetzt. Ruhe ist in mein Leben eingekehrt und damit auch Zufriedenheit und Fröhlichkeit.

Ich werde so weitermachen und es sich entwickeln lassen, wie es mit dem Blog weitergeht. Sporadisch in meinen abonnierten Blogs gelesen habe ich ja, vielleicht schreibe ich auch sporadisch wieder. Ein paar Mal hatte ich schon solche Anwandlungen. Naja, alles kann, nichts muss! Wir lesen uns!

Liebe Grüße an alle und danke für eure Treue und die Nachfragen!

Citalopram und ich, die zweite

Ganz kurz: Alles gut!

Die Nebenwirkungen sind lange vorbei, das Mittel wirkt, wie meine Nephrologin sagt, harmonisierend, was ich deutlich spüre. Meine Psychotherapeutin war und ist richtig froh, dass es mir grundsätzlich besser geht und die doofe tiefe Traurigkeit weg ist.

Leider hilft das Citalopram nicht gegen Prokrastination, aber daran arbeite ich gerade. Denn endlich kann ich mir wieder was vornehmen und auch umsetzen. Wenn ich es dann nicht tue, liegt das in erster Linie an mir und nicht an einem blöden chemischen Ungleichgewicht!

Also, es ist alles gut geworden! Citalopram ist jetzt eine von meinen vielen Tabletten, die ich abends nehme, und ich denke darüber gar nicht mehr nach, sondern genieße einfach, dass das Leben wieder schön ist. (Meistens! )

Liebe Grüße

Citalopram und ich

Heute ist der 40. Tag, seit ich dieses Antidepressivum, einen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, nehme. Wer jetzt nachrechnet, kommt nicht auf 40, sondern auf 42. Wegen der starken Nebenwirkungen habe ich 2x eine Pause von je einem Tag gemacht. Bei der Gelegenheit habe ich das Einnahmeintervall von morgens auf abends verlegt, weil ich einfach ständig müde war.

Müde, ohne einschlafen zu können, ohne länger als 2 bis 3 Stunden schlafen zu können, ohne jemals wirklich wach zu sein. Keinen Appetit, kein Hungergefühl, Nahrungsaufnahme nur aus Vernunft und dann Übelkeit. Schwindlig war mir öfter… Und ich konnte mich nicht mehr konzentrieren. Das war anstrengend! Aber bis hierhin hat sich fast alles wieder normalisiert, wobei mein Schlafverhalten noch immer etwas, ähm, ungewöhnlich ist.

Was ich noch habe, ist immer mal wieder Herzklopfen, vermehrtes Schwitzen und sehr plötzlich auftretende Müdigkeit.

Aber das Mittel hilft seit dem ersten Tag gegen die fürchterliche Traurigkeit, die mir das Leben verleidet hat! Ich hoffe, dass die restlichen Nebenwirkungen auch noch nachlassen und ich dann wieder normal weiterleben kann. Die Depression ist davon natürlich nicht weg. Ich denke aber, dass ein Teil davon organisch bedingt war (Serotonin wurde zu schnell wieder „zurückgerufen“ und kam nicht richtig zur Wirkung). Nun geht’s wieder um die Psyche. Nächster Termin nächste Woche. Mal sehen, was die Psychologin zu der neuen Entwicklung sagt.

Liebe Grüße

Heute habe ich angefangen

Ich habe mir medikamentöse Unterstützung geholt. Mit dem Ende meiner Psychotherapie und den letzten auf zwei Jahre gestreckten Sitzungen ging es schrittweise immer weiter abwärts mit meinem psychischen Wohlbefinden. Das „Ihre-Therapie-ist-zuende, weil die vorgesehenen Stunden ausgeschöpft sind“, ist wie im Stich gelassen zu werden. Dir geht’s besser? Prima! Dir geht’s wieder schlechter? Tja. Die zwei Jahre Wartezeit sind noch nicht rum. Sieh zu, wie du klar kommst! Das ist echt eine „tolle“ Regelung! Mein nächster Therapietermin ist erst Ende Januar, so lange kann ich nicht mehr warten.

Eigentlich wollte ich mir vom Nierenarzt am Mittwoch nur eine Empfehlung holen. Für ein Medikament, das meine damit überforderte Psychiatrin mir dann verschreiben könnte. Sie schreckt vor den ganzen Wechselwirkungen mit meinen sonstigen Medikamenten zurück, was ich verstehen kann, aber im Notfall nicht hilfreich ist. Aber ich musste gar nicht zu ihr. Der Arzt hat mir direkt was aufgeschrieben, einen Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer. Und gleich eine „Familienpackung“!

Es wird wohl 14 Tage dauern, bis das richtig anschlägt. Ich hoffe, dass ich es auch vertrage. Zwei Bekannte von mir haben Erfahrung damit und der Erfolg war 50/50. Eine(r) nimmt es nicht mehr wegen zu starker Nebenwirkungen und eine(r) nimmt es schon seit Jahren.

Ich hoffe sehr, dass es mir hilft, denn in den Details auf dieser Seite (und den folgenden Unterseiten) über Depressionen habe ich mich fast in allen Punkten wiedergefunden. Mein Ich-Gefühl ist aus dem Gleichgewicht geraten und das fühlt sich krank an. Da muss unbedingt was passieren, sonst sitze ich wieder nur noch stundenlang auf der Couch und denke über das Ende nach, wie damals, als ich letztlich mit der Psychotherapie angefangen habe.

Drückt mir bitte die Daumen, dass das Medi auf Anhieb „funktioniert“!
Liebe Grüße

Zu viel

Ich muss eine Pause machen. Eine Pause von den sozialen Medien, von den Nachrichten, von Gesprächen mit bestimmten Menschen – eine Pause von Corona.

Der Punkt ist da, an dem ich schlichtweg Angst habe und ständig in mich rein horche. Wenn es mir – wie heute – gesundheitlich nicht so gut geht (Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, ab und zu Stechen in der Brust), fallen mir all meine „Sünden“ ein. War es nicht etwas voll, als wir letztens eingekauft haben? Beim Gespräch mit dem Obdachlosen hatte ich keine Maske auf, standen wir nicht etwas dicht beisammen? Der Bekannte letztens, der war auch sehr nah und wir beide ohne Maske – welche Kontakte hat der, trägt der vielleicht Viren mit sich rum? Ich kann die immer vorhandene Allergie nicht mehr von Coronasymptomen unterscheiden und jedes Kratzen im Hals oder Hüsteln macht mich unruhig. Ängstlich. Besorgt.

Ich weiß nicht, wie gut ich geschützt bin. Ich möchte mich nicht infizieren, auch nicht mit drei Impfungen (bei denen ich noch nicht weiß, ob sie was gebracht haben). Da ich eh schon immer „hier“ schreie, bin ich überzeugt davon, dass eine Infektion bei mir nicht einfach so vorbei geht.

Die ganzen Impfaufrufe überall machen mir deutlich, wieviele eigentlich noch nicht geimpft und eine Gefahr für mich sind. Die Berichte über nicht vorhandene Intensivkapazitäten, die steigenden Zahlen Infizierter, die trotzdem angekündigten Weihnachtsmärkte – für mich ist das alles Wahnsinn! Ich muss zu meinem eigenen Schutz Scheuklappen aufsetzen und mich für eine Weile zurückziehen. Ich halte es im Moment nicht mehr aus.