Ansteckend

Momentan geht’s mir nicht sooo gut. D.h. bis auf die ollen Kopfschmerzen fast jeden Tag einige Stunden geht es mir persönlich eigentlich gut. Aber E. hat wieder einen Fibroschub. Diesmal weniger mit Schmerzen, wobei die auch vorhanden sind. Der Schwerpunkt liegt auf der Psyche.
– leicht angreifbar
– lustlos
– energielos
Das heißt im Umkehrschluss, er macht nur, was ihm Spaß macht, hat daran trotzdem keinen Spaß und ist unzufrieden. Was keinen Spaß macht, bleibt liegen und macht MICH unzufrieden. Da muss ich schon tüchtig aufpassen, dass sich das nicht aufschaukelt. Was mir schwer fällt, da ich gerade meine Mitte wieder so bissel verloren habe. Wenn es ihm schlecht geht und ich das merke, geht es mir nach einer Weile irgendwie auch schlecht.

Meine Therapeutin sagt, ich soll mich davon abgrenzen. Aber diese Übung beherrsche ich noch immer nicht. Zeitlebens war es meine Überlebenstaktik, mich den Menschen anzupassen, die mich umgeben. Es gibt keinen Schalter, das zu ändern. Nur viel Training. Morgen habe ich wieder einen Termin mit ihr, da muss ich nochmal drüber reden.

Arztbesuche

3 Arztbesuche in 3 Wochen… Aber dann ist erstmal Ruhe. Vom Hautarzt hatte ich ja schon geschrieben.

Letzte Woche dann der Nierenarzt. Urin abgeben, Blut abnehmen, Arztgespräch, alles schon Routine, aber ich muss halt alle paar Wochen morgens hin. Keine Ahnung, wie andere das mit ihrem Job regeln – ich bin froh, dass ich mir selbst darum keine Gedanken machen muss.
Das Gespräch drehte sich um die Lieferschwierigkeiten bei den Medikamenten und die Keime auf Backwaren. Es gibt leider immer noch viele Bäcker, die Brot und Brötchen und überhaupt fast alles mit den Fingern anfassen. Eben haben sie damit noch Geld kassiert. Händewaschen Fehlanzeige. Das sind so Sachen, die mir das Leben schwermachen, die Ängste erzeugen und mich beim Einkaufen sehr einschränken. Ab besten ist für mich alles verpackt, eingeschweißt und versiegelt.
Außerdem teilte ich dem Arzt noch mit, dass ich bei meinen Epo-Spritzen seit November einen Auslassversuch gemacht habe. Der HB-Wert war trotz 5- oder 6-Wochen-Intervallen immer weiter angestiegen (das Soll sind 4 Wochen). Noch vor einem halben Jahr hätte ich mir so eine Eigenaktion nicht zugetraut, ein bisschen hilft meine Therapie also schon, wieder mehr Eigenverantwortung zu übernehmen.

Am Montag war dann das Gespräch zur Auswertung der Blutwerte. Praktischerweise am Telefon, das spart mir einen Weg und der Praxis einen Patienten. Ganz ohne die Spritzen geht es leider doch nicht, der HB-Wert ist wieder abgesunken. Ich habe schon eine Strategie, wie ich das in Zukunft machen will.
Von den Immunsuppressiva kann ich etwas weniger nehmen, das ist auch mal schön, aber das wird eh alle paar Monate angepasst, weil halt ein bestimmter Wert eingehalten werden muss. Nach einer Weile liege ich immer drunter oder drüber.
Mein Nierenwert (Kreatinin), der wegen der erhöhten Blutdruckmittel angestiegen war, hat sich wieder eingekriegt und ist wieder normal.
Und der CMV (ein für mich böser Virus, mit dem ich lange gekämpft habe), ist wieder nicht nachweisbar. Offensichtlich hat mein Immunsystem einen Weg gefunden, ihn in Schach zu halten.

Heute war ich dann noch beim Augenarzt. Dort wird alle halbe Jahre nachgeguckt, ob sich was verändert. Durch die Einnahme von Cortison habe ich einen beginnenden Grauen Star. Aber die Dosis ist jetzt so niedrig, dass der Star stagniert und sich seit inzwischen 1,5 Jahren nicht mehr verändert. Langsam kann ich mich auch da entspannen, anfangs sah ich mich schon auf dem OP-Tisch. Der Arzt sprach eine deutliche Entwarnung aus und komplimentierte mich aus dem Zimmer.

Also diesbezüglich alles gut bzw. im normalen Rahmen! Entspannung!

Anstrengend

Heute hatte ich – nach 4 Wochen Auszeit wegen Erkältung der Therapeutin – zum ersten Mal wieder Psychotherapie.

In diesen Wochen waren einige für mich sehr unangenehme Dinge passiert, die letztlich alle auf das Selbe hinausliefen. Auch wenn ich mit dem Verstand viele Dinge erklären kann, ist das Kind in mir jedes Mal verletzt. Diese Erkenntnis tut weh… Ich kann die kleine Hoffende in mir nicht schützen. Das möchte ich ändern.

Nun wollen wir eine Behandlung mit EMDR vorbereiten und probieren, ob mir das hilft. Mir ist die Therapieform schon länger durch einen Heilpraktiker in meinem Bekanntenkreis bekannt. Deshalb bin ich da aufgeschlossen und hoffe auf einen Erfolg.

Die Therapeutin meinte, dass ich mich in einem Minenfeld bewegen würde und dass wir herausfinden müssen, welche Minen als Erstes „entschärft“ werden sollten. Das ist ein sehr treffender Vergleich, der auch erklärt, warum ich mich nie ganz sicher fühlen kann. Die unbekannte Gefahr lauert einfach überall.

Losgehen wird es wohl erst im nächsten Jahr, ich habe vorher nur noch eine Sitzung, und das wäre dann wohl etwas überstürzt.

Lebenszeichen

Schlechte Phase grad. Stress, Ärger, Enttäuschung, Einigelung.
Nix gemacht, kein Draht zum Bloggen, mailen, whatsappen.
Therapeutin krank.

Ich hoffe, es wird bald wieder besser. Ich denk‘ viel an euch, aber kann grad nicht so, wie ich will.

Liebe Grüße

Bauchschmerzen

Die letzten Tage ging es los und nahm zu, zunächst abends. Immer, wenn ich gegessen hatte, litt ich an einem starken Völlegefühl. Im Magen und in den Därmen rumorte es.
Nachdem Bauchschmerzen in der Packungsbeilage von meinem neuen Blutdruckmedikament aufgeführt wurden, habe ich es gestern abend 3 Stunden später genommen, aber auch nur wenig gegessen. Nix war. Erst nach der Einnahme ging es wieder los. Magenkneifen und Geblubber und Geziepe im Darm.

Ich war schon erleichtert. Heute hab‘ ich keins mehr genommen. Trotzdem habe ich nach dem Abendessen Magenschmerzen. Mist!

Prompt meldet sich eine neue Angst, denn mein CMV (ein Virus, den fast jeder hat, aber bei mir verrückt spielt) ist nicht unter Kontrolle. Ggf. müsste ich ins Krankenhaus und Infusionen bekommen, damit er wieder niedergeknüppelt wird. Das Medikament vom letzten Mal ist verbrannt (Resistenz), ich müsste ein weniger gut verträgliches bekommen. Meine Amygdala bläst die ganze Zeit Alarm, ich bin ständig auf der Suche nach Ablenkung. Hoffentlich hören die Beschwerden bald auf…

Morgen habe ich einen Termin für die Psychotherapie. Das hilft mir hoffentlich über’s Wochenende.

Mittwoch kommende Woche habe ich einen Termin beim Nephrologen. Am Freitag danach erfahre ich den Wert vom CMV und ob er schuld ist oder war oder nicht.

„Nach der Transplantation können Sie wieder ein fast ganz normales Leben führen.“
(Aussage verschiedener Ärzte im Vorfeld meiner Nierentransplantation)

Normal sieht für mich anders aus.