Glücksmoment #25

Es war gestern. Lärm draußen, nach dem ich doch mal gucken musste. Da war das riesigste Vogel-V, das ich je in meinem Leben gesehen habe. Gebildet von Hunderten Wildgänsen, die sich ein paar Kilometer von hier getroffen haben und gleichzeitig nach Westsüdwest (Spanien?) losgeflogen sind. Noch bei der Erinnerung daran prickelt es mir auf der Haut – das war beeindruckend und glücklichmachend zugleich!

Etwa fünf Minuten später kam noch eine Gruppe, das V merklich kleiner. Und dann noch eine und noch eine. Das Schauspiel zog sich über eine Stunde hin, die letzten Gruppen flogen dann schon ziemlich ungeordnet – sie stolperten quasi hinterher!

Gute Reise, ihr Lieben, kommt alle gesund wieder!

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Lebenszeichen

Ganz lange war ich jetzt nicht hier aktiv, aber ich wusste nicht, zu welchem Zeitpunkt ich hätte schreiben sollen. Alles war ständig im Fluss.

Ich überlege, ob ich diesen Beitrag lieber mit einem Passwort schützen soll, weil viel auch mit E. zu tun hat. Aber ich schreibe einfach von ihm nichts weiter, außer dass es psychisch nicht leicht für uns beide ist und war. Wir haben aber ein sehr gutes Verhältnis zueinander und reden viel, das hilft! Das zu diesem Thema.

Meine Psychotherapie neigt sich dem Ende zu. Eine Abschiedssitzung gibt es noch, denn für eine Verlängerung gibt es keinen Grund. Wir haben meine schwere Erkrankung und die damit verbundenen Traumata bearbeitet, Belastungen aus der Kindheit und wie ich mit dem Heute um gehen kann. Mein Gleichgewicht wird durch ein Medikament stabilisiert, das mir hilft, offen und unbeschwerter in die Welt zu sehen.

Nun sind da neue Themen aufgetaucht, in denen ich mich wiederfinde. Neurodivergenz, Ambivalenz, Autismus, ADS (absichtlich ohne H), Nichtbinärität. Plötzlich haben viele Fragen in meinem Kopf eine Antwort und mein ICH bekommt Namen – die nichts mit „Alien“ zu tun haben, wie ich es früher immer nannte. Von dem allen spielt da etwas rein, je nachdem um welches Thema/welche Erinnerung es gerade geht. Das ist sooo befreiend für mich, dieses „Ich bin so, weil… und ich muss gar nicht anders sein.“ Endlich fühle ich es richtig, dass nicht ich unfähig war, mich anzupassen und Erwartungen zu erfüllen, sondern dass andere unfähig waren, mich mit meinen Eigenheiten so zu nehmen, wie ich nur sein kann, nämlich so, wie ich einfach bin. E. hat es schön zusammengefasst: „Ich wusste schon immer, dass du ein besonderes Schatzi bist.“

Jetzt, wo das mal geklärt ist, finde ich hoffentlich auch wieder das Vertrauen und die Lust, hier zu schreiben. Wenn mich auch das Internet ganz schön quält mit der Besserwisserei, den Belehrungen und dem „So muss man sein“. Vielleicht versehe ich tatsächlich einige Beiträge mit einem Passwort, wenn es zu sehr ins Eingemachte geht, mal sehen.

Ich freue mich jedenfalls sehr, dass mich nicht alle vergessen und deabonniert haben in der Zeit meiner Selbstfindung, und mir die nötige Zeit gegeben haben. Ich wünsche allen Lesern hier eine gute Woche!

Neue Zeiten

Ich habe endlich – nach Jahrzehnten – wieder ein Ich-Gefühl. E. muss da durch, denn Vieles an der jetzigen Situation gefällt mir nicht. Ich miste aus, räume Sachen aus dem Keller wieder in die Wohnung, weil sie wieder an Bedeutung gewonnen haben. Meine (!) Sachen! Und umgekehrt. E. musste auch räumen, seine alten Sachen (die zum Großteil in die Kleiderspende gewandert sind oder verkauft werden). Er war zuerst wenig begeistert, aber unterstützend, und zum Schluss fand er es toll. Ein Heimtrainer (Fahrrad) ist bei uns eingezogen. Ich hätte nie gedacht, dass mir das Spaß macht! Aber mit einem normalen Fahrrad traue ich mir momentan nicht zu fahren. Mein linkes Bein ist nicht mehr zum Abstützen geeignet und Erschütterungen kann ich nicht abfangen. Ein Sturz wäre fatal! Und so strampel ich jetzt in der Wohnung, mit Musik und direkt vor dem Ventilator. Ich lasse es natürlich langsam angehen.

Eine andere Neuerung ist ein Akkusauger; der dient eigentlich eher der Bequemlichkeit, denn für den Balkon ist er zu schwach. Aber mal eben durch die Wohnung huschen, ohne vorher ein Kabel verlegen zu zu müssen und das Gerät hinter sich her zu ziehen, ist toll und schnell erledigt. Ich hätte mit ja nie so ein Ding zugelegt, aber ich hatte Gelegenheit, es vorher auszuprobieren. Klasse!

Eine Bekannte von mir ist vorgestern gestorben. Ich sah sie nur einmal, kannte sie aber seit Jahrzehnten. Sie war genauso alt wie ich. Krebs. Was für ein Mist, sie war sehr wichtig für eine alte Freundin mit schwerer körperlicher Behinderung, um die ich mir nun einige Gedanken mache. Wir werden am Wochenende mal telefonieren.

Meine Schwester hat beschlossen, vorerst nicht mehr in diesen Ort an die Ostsee fahren zu wollen. Entweder die Eltern fahren woandershin mit oder das war es mit den gemeinsamen Urlauben. Die „Macken“ unserer Eltern, die uns schon unser ganzes Leben belasten, werden immer störender. Zwei Doppelhaushälften nebeneinander sind da sicher auch nicht förderlich. Ich bin jedenfalls froh, nicht dabei gewesen zu sein. Schade, aber richtig Familie ist bei uns nicht, war es noch nie.

E. hat sich beim Arzt durchchecken lassen, er hat zu dickes Blut. Bis einige Tage vor dem Termin beim Kardiologen nimmt er jetzt auf Eigeninitiative ASS und es geht ihm sehr viel besser damit. Zwar klopft ihm das Herz manchmal immer noch im Hals, aber nicht mehr so stark und die Todesängste sind weg. Für mich ist das ungeheuer entlastend!

Ach ja, heute beim Einkaufen hat mich wieder ein Schäfchen angelacht! Es ist zwar ein Türstopper, aber mit seinen weißen Beinchen kommt es mir nicht auf den Fußboden! Es wird wirklich Zeit, dass ich euch meine Schafe mal vorstelle. Im Zuge des Umräumens bekommen sie auch mehr Platz und an andere Stellen. Wenn das fertig ist, mache ich mal Fotos.

Hach ja, das Leben fühlt sich wieder besser an, ich bin so froh!
Seid alle lieb gegrüßt

Heiße Zeiten

Eigentlich ist das ja ganz mein Wetter. Wenn es so warm ist, dass man sich auch abends nichts zusätzliches anziehen muss. Leider spielt mein Kopf seit gestern nicht mehr mit und tut weh, auf eine etwas gemeine Art und Weise, denn es ziept und sticht. Ansonsten geht es mir aber wirklich gut!

Ich habe wieder Kontakt zu alten Freunden/Bekannten aufgenommen und fühle mich willkommen. Da das alles via WhatsApp, Telefon und E-Mail passiert, ist es für mich auch sicher. Nicht so toll ein Fotokollege von E., der ihm im Laufe einer Fototour erzählte, dass seine Kinder wieder Corona haben. Schön, nicht? Die beiden saßen zusammen im Auto.

Meine Schwester, der es im Leben immer gut ging und die ihre Schwester gerne auf’s Abstellgleis geschoben und ihr Leben genossen hat, verliert ihre Mietwohnung. Neuer Eigentümer, Eigenbedarf. Sie hat mal eben 15 Kilo abgenommen, kein Appetit vor lauter Sorge. Sie tut mir leid, aber ein klitzekleines böses Zipfelchen in mir findet es gerecht, dass auch bei ihr mal was so gar nicht läuft.

E. hat gesundheitliche Probleme. Im Vergleich zu dem, was ich hier von Blogfreunden lese und was ich erlebt habe, eine Kleinigkeit. Er muss jetzt Blutdrucksenker nehmen und sich von Kardiologen durchchecken lassen. Aber er ist jetzt Dauerpatient und das verunsichert ihn sehr. Ich finde das sehr seltsam, weil ich schon seit Jahren in dieser Rolle bin und er sich ja eigentlich was abgeguckt haben könnte. Trotzdem geht er unvorbereitet zu Untersuchungen. Ich sag‘ nur: nüchtern sein und Badetuch mitbringen. Nunja.

Meine Eltern und meine Schwester fahren jetzt bald in den Urlaub und ich fahre nicht mit. Hochsaison an der Ostsee macht keinen Spaß und ist für mich gefährlich. Aber die Kita hat nur zu dieser Zeit geschlossen und so ist seit drei Jahren unsere Familientradition (alle zusammen außerhalb der Saison) keine mehr. Wenn ich allerdings sehe, wie mein vom Schlaganfall gebeutelter Vater in freudiger Erwartung auf’s Enkelkind aufblüht, kann ich mich einfach nicht ärgern. Mit mir hat er damals Kleckerburgen gebaut!

Das war’s erstmal wieder von mir. Dieser Beitrag ist Premiere: komplett mit der App geschrieben! Hier im Schlafzimmer ist es schön kühl und der PC funktioniert gerade wie eine Heizung. Also liebe Grüße an alle hier!