Zeitschleife

„Herzlich willkommen bei *** (Internetanbieter)! Ich habe zu Ihrer Rufnummer ein Kabelprodukt erkannt. Geht es um Ihren Kabelvertrag?“
„Ja.“
„Was kann ich für Sie tun?“ – „Internetstörung.“
„In Ordnung. Zur Zeit befinden sich alle Kundenberater im Gespräch. Um längere Wartezeiten zu vermeiden, bitten wir Sie, uns zu einem späteren Zeitpunkt anzurufen.“

Nach 4 Wochen weisen „Ja“ und „Internetstörung“ Variationen auf. Sie bewegen sich in einem Spektrum von tödlicher Langeweile über Genervtheit bis hin zu Wut. Ich habe Angst, dass E. irgendwann aus Frust unser Telefon zerbeißt.

Wie komme ich hier nur wieder raus?

Ich bin schuld…

Jedenfalls für E.
Er hatte am Samstag einen Schub. Fibromyalgie ist sowas von hinterlistig!
Mit Tabletten und viel Schlaf konnte er einen Termin am Abend einhalten. Waren nur 2 Stunden.
Die Schmerzen haben sich größtenteils zurückgezogen, aber in den Händen werden sie wieder stärker. Damit auch der Schub. Nur hat er diesmal nicht mehr Schmerzen, sondern die Psyche spielt verrückt. Und das merkt er selbst nicht so.

Hat er mich gestern noch gelobt, dass ich auch ohne ihn viel im Haushalt und mit der ganzen Organisation hier schaffe, ist ihm heute jeder Hinweis auf irgendwas zuviel. Egal was, er vergleicht mich jetzt schon mit meiner Mutter, die eine zwanghafte Persönlichkeit hat. Sicher habe ich Züge von ihr, das bleibt wohl nicht aus, aber ich verhalte mich heute sehr viel entspannter als gestern, weil ich schon viel „abgearbeitet“ habe. Der Vergleich mit meiner Mutter ist eine Strafe für mich, das weiß er. Und diesmal ist er auch völlig ungerechtfertigt. Konzentriertes Arbeiten ist nicht gleich zwanghaft.

Sogar die Feststellung, dass ich meinen Vorgängerblog nicht in WordPress integrieren werde, weil mich das letztlich doch wieder von Twoday abhängig macht, hat er als Nörgelei empfunden. Dabei habe ich ihm erklärt, dass sich die Mühe gar nicht lohnt, weil sich sehr viele Links verändert haben und ich aufgrund der Verstümmelung teilweise einzelne Beiträge selber nicht mehr verstehe. Es ist Nörgelei. Hm.

Er ist gerade weg, so dass ich aufatmen kann. Aber er selbst leidet natürlich total, auch wenn er es (noch) nicht auf sich bezieht, sondern die Ursachen bei anderen sucht.
Ich HASSE diese Krankheit!


Bild von Bruno auf Pexels

Tag für die Tonne

Zugegeben, es war spät gestern abend. Ich bin erst früh um 5 ins Bett gekommen. So ist das halt, wenn mich die Blog-Muse küsst.
Vielleicht war es auch wieder der Vorbote „Ich könnte Bäume ausreißen“, der mich oft erwischt, bevor gar nichts mehr geht.

9 Uhr Weckerklingeln – Medikamente genommen. Weitergeschlafen. Um die Zeit war noch alles normal.
11 Uhr aufgewacht – Kopfschmerzen. Aufgestanden, halbe Novalgin genommen, JHP vom Schatzi auf die Stirn schmieren lassen. Keine Besserung, wieder ins Bett gegangen.
13 Uhr aufgewacht, schlimmste Kopfschmerzen! Zombie gewesen. Außer Schmerz nix wahrgenommen.
15 Uhr aufgestanden, was gegessen, Kaffee getrunken. Eine ganze Novalgin genommen. Übelkeit.

Rumgelaufen, letztlich die Blumen in den Balkonkästen gegossen, Verblühtes abgeschnitten, Geschirrspüler ausgeräumt. Hauptsache Kopf oben und etwas Hin- und Herlaufen.
Der beißende Schmerz wurde zu Druck, ich fühlte mich elend. 17 Uhr habe ich immer noch auf die grundlegende Verbesserung nach der Tablette gewartet.
Ein paar NicNacs genascht, Riffelkartoffeln von McD gegessen, mit Kräuterdingssoße. Hat geschmeckt, aber viel ging nicht rein.

19 Uhr wieder ins Bett gegangen. Heizdecke, Wärmflasche, Kühlpad. Das Kühlpad habe ich gleich wieder zur Seite geschmissen, tat weh.
21 Uhr Weckerklingeln, Medikamente genommen. Kopf etwas besser.
Aufgestanden, noch besser.

Auf den Balkon gesetzt, bis es zu kühl wurde.
An den PC gegangen. Irgendwann so 23 Uhr festgestellt, dass es mir besser geht.

Jetzt ist fast alles normal. Aber ich fühle mich betrogen um diesen Tag, auch noch ein Feiertag, den ich wegen der Ruhe sonst immer besonders genieße.