„Sie haben ein Virus auf Ihrem PC!“

So sagte der Anrufer zu einem älteren Bekannten von E. Er würde bei Microsoft arbeiten und hätte dieses Problem festgestellt. Er würde aber gleich helfen, der Bekannte müsste nur ein Programm installieren und dann würde der Microsoftmitarbeiter alles für ihn machen.

Oh Mann! Der Bekannte (ohne Ahnung von PCs) hat tatsächlich 1,5 Stunden mit dem vermeintlichen Microsoftmitarbeiter telefoniert und ihn auf seinem PC rumfuhrwerken lassen.

„Er hat mir ganz viel gezeigt, da waren viele Ausrufezeichen, was alles defekt war!“
Sogar ich könnte euch sagen, wie ihr euch diese Liste anzeigen lassen könnt. Und ja, da sind ganz viele Ausrufezeichen, bei jedem! Das wird von den falschen Mitarbeitern genutzt, um Eindruck zu schinden, hat aber sonst gar keinen Zweck.

Das Ende vom Lied war, dass der Bekannte seine Bankdaten eingeben sollte – was er Gottseidank NICHT gemacht, sondern – unter Beschimpfungen und Drohungen durch den bis dahin netten „Microsoftmitarbeiter“ – das Gespräch beendet hat.

Aber: Der PC ist jetzt mit einem Passwort versehen, das er nicht kennt. Und innerhalb kürzester Zeit wurden einige Bestellungen durch Unbekannt von seinem Amazonkonto und bei Ebay getätigt, obwohl er schnell war und die wichtigsten Passwörter geändert hat.

Die Bestellungen konnten rückgängig gemacht werden und eine Fachfirma hat die Schadsoftware vom PC genommen (ob sie alles gefunden haben?) Vielleicht können Daten von der Festplatte gerettet werden, vielleicht nicht. Der Schaden wäre groß.

Übrigens, wenn das Gespräch nicht beendet worden wäre, hätte der „hilfsbereite“ Mensch irgendwann auf das Passwort aufmerksam gemacht und einen Geldbetrag zum Wiederfreischalten verlangt. Versucht werden sollte es, denn das Telefon klingelte danach nochmal. Zum Glück ist der Bekannte nicht mehr rangegangen.

Man nennt solche Anrufe „Scam“ – wusste ich auch noch nicht.

Was für eine Story, aber ich kann mir dabei eigentlich nur an den Kopf fassen, denn ich kenne diese Masche schon lange. Es ist auch ganz einfach, denn:

Microsoftmitarbeiter rufen niemals an! Nie!
Wenn so jemand anruft und meint, er wäre ein Microsoftmitarbeiter, lügt er. Immer!

Man lässt niemals fremde Menschen auf seinen Computer zugreifen!
Klar gibt es hilfsbereite Leute, aber mit denen hat man das vorher abgesprochen und wird nicht überrumpelt.

Für ältere Leute ist es am besten, wenn sie überhaupt nicht ans Telefon gehen, wenn kein Name im Display angezeigt wird.
„Es könnte ja eine Versicherung sein.“ Ja, diese Nummer kann man nach dem Klingeln in Ruhe überprüfen und ggf. zurückrufen. Hier können älteren Leuten auch Familienangehörige oder nette Nachbarn helfen.

Zum Abschluss habe ich noch ein paar Links zum Thema für euch.

Eine Warnung der Verbraucherzentrale
Warnung: Abzocke durch vermeintliche Microsoft-Mitarbeiter

Ein Beitrag der Verbraucherzentrale Hamburg
https://www.vzhh.de/themen/telefon-internet/phishing-mails-spam/microsoft-bei-anruf-250-euro

Ein Beitrag von Microsoft zum Thema Scam-Anrufe
https://news.microsoft.com/de-de/scam-anrufe-betrug-mit-system/

Aufklärung der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/falsche-microsoft-mitarbeiter/

Ich wünsche euch und euren Verwandten und Bekannten, dass ihr von solchen Anrufen und anderen Betrügereien verschont bleibt!

Alles Liebe

Corona-Karte

Eigentlich wollte ich ja nichts weiter zu dem Thema schreiben, weil die Medien voll davon sind. Andererseits ist es gut, neben den ganzen Mutmaßungen auch Fakten zu kennen. Darum habe ich hier mal eine detailliertere Karte, die ich schon einige Tage beobachte. Vielleicht ist das auch was für euch.

Corona-Karte für Deutschland, Europa und die Welt

Edit: Unter der Karte befindet sich ein Newsticker, der könnte auch interessant sein…

Vergesst nicht das Händewaschen (lieber einmal mehr), meidet öffentliche Toiletten, Händeschütteln und Umarmungen und geht v.a. nicht auf Veranstaltungen mit vielen Menschen. Passt auf euch und eure Mitmenschen auf!

Corona

Nachdem unser Herr Spahn zugegeben hat, der Lage nicht mehr Herr zu sein, sind wir gestern der dringenden Empfehlung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe nachgekommen und haben uns Vorräte angelegt.

Zugrunde lagen:

Freilich soll man nicht panisch werden, und das sind wir auch nicht. Nur gehöre ich zur Risikogruppe und wir (E. könnte mich ja anstecken) möchten uns so wenig wie möglich unter viele Menschen begeben. Dazu gehört auch das Einkaufen, dessen Häufigkeit wir reduzieren wollen, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Gerade beim Einkaufen kommt man mit vielen unbekannten Menschen zusammen… Am Arbeitsplatz oder im Wohnhaus kann man eher überblicken, mit wem man Kontakt hat oder hatte.

Wir waren nicht die Einzigen, die auf den Gedanken mit den Vorräten kamen. Um 21 Uhr war kaum noch jemand im Supermarkt unterwegs – aber von den Wenigen waren mindestens 50% dabei, die ihre Wagen mit Vorräten gefüllt hatten. Die Regale sahen entsprechend aus, einige Bilder folgen am Ende des Beitrags.

Tatsache ist, dass es Mund- und Nasenschutzmasken in Apotheken gar nicht mehr und im Internet nur noch zu Wucherpreisen gibt. Desinfektionsmittel sind im Preis ebenfalls um mehr als das 10-fache(!) gestiegen. Was aber das A und O ist, ist die Hygiene, genauer gesagt das Händewaschen. Um damit wirklich was zu bewirken, reicht „Nassmachen, Einseifen, Abspülen“ nicht aus.

Hier ein Video, das zeigt, wie man sich die Hände richtig wäscht und damit Sicherheit schafft:

Und hier ein Video, wie man sich die Hände richtig desinfiziert, sofern man denn ein Desinfektionsmittel hat, das auch gegen Corona hilft.

Man kann sehen, dass es viele Ähnlichkeiten bei beiden Videos gibt. Wenn man sich die Hände so wäscht, wie man sie auch desinfizieren würde, ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

So, und jetzt abschließend ein paar Bilder von gestern abend. Es ist zu sehen, dass vor allem die günstigeren Reis-, Mehl-, Nudel- und Konservensorten ausverkauft oder stark ausgedünnt sind. Bei den Tütensuppen sah es bei Maggi ähnlich aus, obwohl das nicht im Angebot war.






Wenn ihr mit dem Gedanken spielen solltet, euch auch Vorräte anzulegen, dann achtet bitte nicht nur auf die Langlebigkeit, sondern dass ihr Dinge kauft, die ihr auch wirklich essen wollt. Der oben erwähnte Prepper hatte z.B. bei seiner ersten „Monatstonne“ wahllos Konserven in irgendwelchen Billigläden gekauft. Die waren alle nicht genießbar. Ebenso ging es ihm mit Nahrung von der Armee, die er als zu teuer und nicht gut genug schmeckend empfand, um sie ständig zu essen. Bei aller Unsicherheit und dem Willen (oder dem Muss), zu Hause zu bleiben: Essen könnte eine der wenigen Dinge sein, die die Lebensqualität aufrechterhalten.

E-Auto? Hm.

Letztens hatte ich mal die Möglichkeit, mit einem E-Auto zu fahren. Modernes Auto, wenig Kilometer runter, Restreichweite 130 Kilometer. Prima, genau richtig für einen spontanen Besuch bei Verwandten. 25 Kilometer einfacher Weg – da machte ich mir keine Gedanken.

Das Fahren mit dem Auto machte Spaß. Es gab keine Beschleunigungsverzögerung wie bei Benzinern oder Dieselfahrzeugen, die erstmal auf Touren kommen müssen. Ein E-Auto ist sofort da und liefert sofort Leistung! Auf der Autobahn gab es kein Motorengeräusch, das war genial! Natürlich hörte man die Räder und den Fahrtwind, aber es war einfach viel leiser im Innenraum. Sehr angenehm!

Doch es war kalt (4 Grad) und ohne Heizung ging es nicht. Aber als sie an war, sank die Restreichweite gleich mal um 20 Kilometer. Klar, es ist eine rein energiebetriebene Heizung, die Wärme kommt nicht vom Motor. Und so fühlte es sich an (und roch auch so), als würde ein Heizlüfter laufen. Mit Blick auf die Anzeige blieb die Heizung nur so lange an, wie es unbedingt sein musste, was die Fahrt nicht sehr komfortabel machte.

Am Ziel angekommen, gab es noch mehr Neugierige, die das Auto ausprobieren wollten, und ca. 10 Kilometer drauf fuhren. Dann ging es wieder zurück.

Leider war die Rückfahrt gar nicht mehr entspannt, denn irgendwas stimmte mit der Angabe der Restreichweite nicht. Obwohl ich ein lahmer Fahrer bin und nur wenige Male die Beschleunigungsmöglichkeiten ausprobiert habe (wie auch die anderen Tester) und trotz der minimal betriebenen Heizung, muss ich zu viel Strom verbraucht haben. Während der Rückfahrt bekam ich mehrmals die Warnung, dass ich eine Ladesäule aufsuchen sollte. Klar – mitten auf der Autobahn oder was! Ich schwitzte nun von ganz allein.

Ich schaffte den Rückweg. Es blieben 25 Kilometer Restreichweite auf der Anzeige stehen. Gefahren war ich 60 Kilometer.
130 am Anfang minus 60 gefahrene = 70 übrige Kilometer.
Siebzig! Nicht fünfundzwanzig!
Wo waren die Kilometer geblieben? Wie aussagekräftig ist so eine Anzeige? Wie alltagstauglich ist ein Fahrzeug, das eh viel weniger Reichweite als ein normales Auto hat, das wirklich JEGLICHEN zusätzlichen Verbrauch (z.B. das Radio und das Navi, von der Heizung abgesehen) direkt von der Restreichweite abzieht? Was ist im Sommer mit der Klimaanlage?

Wie lange das Auto geladen werden muss, weiß ich nicht. (An der Säule geht es schneller, an der normalen Steckdose dauert es 12 Stunden.) Offen gesagt, ist mir das inzwischen auch egal. Alltagstauglich ist was anderes und die Fahrt zu meinen Eltern, die 550 Kilometer entfernt wohnen, kämen wohl einer halben Weltreise gleich. Ach so nein, ich soll ja mit der Bahn fahren. Aber auch das wäre inzwischen eine Ganztagsunternehmung, weil keine Züge mehr von hier nach da durchfahren und die Streckenführung absolut umständlich ist. Nein, danke! Zu beidem.

Ach ja, ich habe absichtlich nichts zu Preisen geschrieben. Denn auch die wären ein totales Gegenargument – sowohl gegen E-Autos als auch gegen die Bahn. Zukunftsorientierung stelle ich mir irgendwie anders vor, da muss noch ganz viel getan werden.

Die Geschenkekiste

Quelle: Bild oben von annca auf Pixabay, Bearbeitung von mir

Vor ca. zwei Jahren nahm ich an einer Facebook-Challenge teil. Es ging darum, sich von Dingen zu trennen, die man nicht mehr brauchte, liebte, haben wollte. Ich sortierte wider Erwarten ganz viel aus. Einen Teil verkaufte ich (Bücher, alte PC-Spiele, kleine Küchengeräte, Computerteile und sowas), aber viele andere Sachen waren nicht „wertvoll“ genug, um diesen Aufwand zu betreiben. Trotzdem zu schade zum Wegwerfen. Ein Dilemma!

Eine gebrauchte Gartentischdecke, alte Plüschtiere, Blumentöpfe, Küchenhelfer, Pfannen, Topfdeckel, CDs, hochwertigere Zeitschriften, Bücher, Dekoartikel, Kabel…

Mir fiel wieder ein, wie meine Mutter früher unliebsame Geschenke zu den Mülltonnen stellte und wie sie sich freute, wenn sie von jemandem mitgenommen wurden. Und bei einer Freundin im Haus befand sich ein Laden, der manchmal Teile aus dem Sortiment in einer Kiste zum Verschenken rausstellte. Da gab’s ja auch Kundenverkehr!
Und bei uns? Patientenverkehr – ganz oben im Haus ist eine Praxis. Und so wurde die Idee von unserer Geschenkekiste geboren.

Ein großer Karton stand fortan neben unserer Wohnungstür, mit all den oben aufgezählten Dingen, die nun auf neue Besitzer warteten. Manchmal wurde nicht nur mitgenommen, sondern auch was mitgebracht, das fand ich besonders schön.

Doch wie es in so einem Mehrfamilienhaus ist: Jemandem passte es nicht, dass die Kiste direkt neben der Haustür stand (Fluchtweg), und deshalb war sie ein paar Monate aus dem Verkehr gezogen. Nicht ohne Plan… Im Flur der Praxisetage (ganz oben im Haus) ist genug Platz, und nachdem ich mit den dortigen Mietern gesprochen habe, ist die Geschenkekiste nun ein paar Etagen höher gezogen.

Außer den Praxisbetreibern und -besuchern gibt es auch Hausbewohner, die sie benutzen, meine Schwester spendet öfter was und selbstverständlich befülle ich sie, denn manchmal geben mir auch Bekannte etwas für die Kiste mit. Wenn es mal „dünne“ wird, kommt sie wieder eine Weile in den Keller, bis sich genügend Dinge dafür angesammelt haben.

Natürlich muss man sich um so ein Teil auch kümmern. Die Kiste soll ja ansprechend bleiben. Kleidungsstücke z.B. müssen immer wieder zusammengelegt und kaputte Dinge entsorgt werden. Manchmal ist ein Putzmittel schon fast leer, sowas nehme ich dann raus und brauche es selbst auf. Auch manche Süßigkeiten sind gut gemeint, aber angebrochene Packungen lasse ich nicht darin. Manche Dinge (wie oben erwähnte Tischdecke) werden immer wieder angeguckt und doch nicht mitgenommen. Ein angehefteter Zettel mit den Maßen der Decke hat sie sofort einen neuen Besitzer finden lassen. Also Aufräumen, Kontrollieren und Nachfüllen sind Pflicht!

Man könnte mit dem Sinn der Kiste über Nachhaltigkeit reden, über die Verschwendungssucht unserer Gesellschaft. Ich denke einfach: Was dem einen nicht gefällt, ist für den anderen ganz toll. Warum den Umweg über den Mülleimer und einen Neukauf gehen? Mich hat einfach gesunder Menschenverstand dahin gebracht.

Und so sieht sie aus, jedenfalls jetzt im Augenblick: