Meine bisher vier Insektenhotels

Wie schon im März angekündigt, möchte ich euch nun etwas über meine Insektenhotels erzählen. In unserer Nachbarschaft gibt es leider zu viel Beton und Steingärten. Ja, auch verwilderte Wiesen und ein verwildertes Grundstück direkt hinter unserem Haus – aber wo sollen die Insekten wohnen? – Bei mir!

Ich nahm einfach mal testweise ein Insektenhotel aus dem Gartenmarkt mit.

So sieht es heute aus, gekauft und angebracht vor 2 Jahren. Ich hänge die Insektenhotels immer im Herbst auf, damit die Tiere im frühen Frühjahr (oder teilweise auch schon im späten Winter) ein Zuhause finden können.

Wie ihr seht, sind einige von den Röhren besetzt, teilweise schon zum zweiten Mal. Allerdings gibt es einige Bereiche, die nicht genutzt werden (können). Oben in der Spitze ist hinten ein Loch für die Aufhängung, es zieht also im Obergeschoss. Da will keiner hin… Mit den kleinen Holzstücken darin kann auch kein Insekt etwas anfangen. Selbst Wanzen mögen es gerne kuschliger, sie sitzen zum Beispiel in zusammengeklappten Sonnenschirmen.
Der Schlitz ganz in der Mitte ist für Schmetterlinge gedacht, allerdings überwintern Schmetterlinge als Puppen und benötigen dafür Äste oder Zweige und kein leeres Fach.

Aber gut, es war ja nur der erste Versuch. Dass so ein Insektenhotel sinnvoller und besser hergestellt werden kann (wohl auch von der Qualität der Röhren her), sieht man bei diesem Exemplar vom letzten Jahr.

Hier ist schon sichtbar mehr los! Ich habe aufgepasst, ein Hotel möglichst ohne sinnlose Bereiche zu finden. Nur der olle Schlitz… Naja. Am Ende bin ich trotzdem zufrieden, so vielen Bienen und sonstigen Tierchen, die nach der Bienensaison noch kamen, ein Zuhause bieten zu können!

In diesem Jahr wollte ich eigentlich ein Insektenhotel selbst bauen, aber dann gab es ein Angebot, das so günstig war… Nun seht selbst!

Zwei Hotels ohne Sinnlos-Bereiche, daran konnte ich wirklich nicht vorübergehen! Sie sind eher für kleinere Bewohner gedacht, ein paar Bienen werden aber auch ihren Platz finden. Ich bin sehr gespannt, wie es im Frühling dort aussehen wird!

Liebe Grüße

„Unsere“ Wildbiene

So sieht sie aus: Osmia Bicolor

Inzwischen wird auch das zweite Hotel „bezogen“.

Osmia bicolor hat nur eine kurze Saison und taucht im März auf. Spätestens im Juli sterben die letzten dieser Bienen. Bis dahin haben sie – normalerweise in ausgedienten Schneckenhäusern – ihre Eier gelegt, diese mit Nektar versorgt, den Eingang verstopft und getarnt.

Aus Mangel an Schneckenhäusern nehmen die Bienen auch die Einladung von Insektenhotelbesitzern an. Hier entfällt die Tarnung, es bleiben die verstopften Löcher zu sehen (sobald die Saison vorbei ist, werde ich diese mal fotografieren). Übrigens nimmt eine Biene bis zu 7 Löcher („Schneckenhäuser“) in Besitz. Der deutsche Name von Osmia bicolor lautet meist „Zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene“.

Wildbienen gibt es übrigens weltweit ca. 20-30.000 Arten (je nach Quelle), davon leben in Deutschland etwa 550. Zu einer davon habe ich jetzt eine besondere Beziehung.

Eine kleine Geste der Tierfreundlichkeit

Für die Insekten, die Vögel, die Igel, die Katzen, die Ratten, vielleicht auch das Mäuschen, das direkt daneben einen Eingang zu seinem Bau hat.
Wer auch immer durstig ist, soll hier Erleichterung finden.

Die Steine sind für die kleineren Lebewesen, damit sie im Fall der Fälle wieder rauskrabbeln können. Morgen werde ich noch Steine außen herum bauen, damit auch die Mäuschen wirklich rankommen. Der Rand von dem Gefäß ist etwas hoch, es ist ein ausrangierter Zimmerbrunnen, mit dem ich nichts anzufangen wusste. Zum Wegwerfen war er irgendwie zu schade. Jetzt hat er einen Sinn!

Alle Vögel sind schon da!

In den letzten 15 Jahren wurde das unbebaute, aber geplante Gewerbegebiet gegenüber von unserem Haus immer weiter bebaut. Entsprechend wurden die Tiere in der Umgebung immer weniger.
Ich hatte noch das Vergnügen, Rebhuhn- und Fasanenfamilien beobachten zu können und Feldhasen beim Kämpfen zuzusehen. Die können boxen wie die Känguruhs! (Beispiel für einen Hasenkampf)
Inzwischen sind keine Hasen und Rebhühner mehr da, sie wurden verdrängt und bejagt.

Aber Vögel sind da! Und die wurden in diesem Jahr wieder mehr! *freu*

Krähen gibt es hier schon immer wie Sand am Meer, wahrscheinlich Saatkrähen, die sich auf den nahen Feldern sehr wohl fühlen. In unserer Stadt zählen sie als Plage, aber hier am Stadtrand sind sie etwas spärlicher und gehören einfach dazu. Der Herbst bekommt mit ihrem Gekrähe eine ganz besondere Stimmung!

Schon immer gibt es außerdem noch Meisen (Kohl-, aber auch Blaumeisen) und Tauben. Diese beiden Vogelarten erinnern mich an meine Kindheit.
Es gab damals so ein Kinderlied „Kleine Meise“, dass mir damals so gut gefiel! (Hier ist ein Beispiel für das Lied und hier für den Gesang einer Blaumeise.)
Das Gurren der Tauben kam damals von Stadttauben, wobei hier Ringeltauben leben, das sind scheue Wildtiere. Sie klingen aber sehr ähnlich. (Klangbeispiel einer Ringeltaube) Ringeltauben erkennt man übrigens daran, dass sie zumindest den Ansatz eines weißen Halsbandes haben. Der fehlt bei den Stadttauben.

Ein treuer Begleiter ist ein Pärchen Hausrotschwänze, das gefühlt „schon immer“ in einer Ruine hinter unserem Grundstück nistet. Wenn die beiden Nachwuchs haben, sind sie durch ihren etwas penetranten Ruf manchmal „unüberhörbar“, vorsichtig ausgedrückt. (Klangbeispiel)

Die Elstern sind seit 7 oder 8 Jahren nicht zu überhören, besonders wenn sie auf Brautschau sind oder später ihr Revier und ihre Brut verteidigen. Sie fungieren oft als unerwünschter Wecker! (Klangbeispiel)

Seit ich vor über 10 Jahren mal einen kleinen Grünfink aufgezogen habe, erkenne ich auch dessen Trillern (wobei das wohl nicht mehr der von damals ist). Leider sind die Grünfinken weniger geworden, in diesem Jahr höre ich sie nur noch sehr selten. Auch hier habe ich ein Klangbeispiel gefunden, das einigermaßen passend ist.

Einige Jahre gab es bei uns überhaupt keine Amseln mehr. Mir hat deren abendlicher Gesang sehr gefehlt! Aber nach einer Pause von 1 oder 2 Jahren kamen sie wieder. Jetzt schätze ich sie besonders und genieße ihr Lied in der Dämmerung, obwohl mir scheint, dass es schon wieder weniger geworden sind. (Klangbeispiel)

Eines Nachts vor ca. 10 Jahren brachte uns eine Nachtigall im verwilderten Grundstück um die Ruine herum um unseren Schlaf – inzwischen sind es so einige Sänger mehr geworden. Je länger ins Jahr hinein es geht, desto ausdauernder werden sie. Anfangs etwas kurzatmig, wiederholen sie jetzt einzelne Motive, dass ich Angst habe, dass sie gleich ersticken müssten! Manche singen im Sommer aus lauter Verzweiflung auch noch tagsüber. Hier ist ein Beispiel des Gesangs einer Nachtigall, allerdings muss das früher im Jahr gewesen sein, da sind die einzelnen Motive noch ziemlich kurz. 15 Wiederholungen können es manchmal schon sein.

Worüber ich mich besonders freue, sind die Spatzen, die seit diesem Jahr in den Büschen in der Umgebung leben. Das scheint eindeutig an der Einführung der Biotonne vor 4 oder 5 Jahren zu liegen. Spatzen füttern ihre Jungen immer mit Insekten, obwohl sie selbst eher Samen fressen. In der Biotonne sind sooo viele fette Maden, dass die jungen Spatzen im Überfluss aufwachsen können!

Spatzen
Bild von suju auf Pixabay

Etwas Sorgen mache ich mir um die Fasane… Ein Fasanenmännchen habe ich in schon gehört – immerhin ist diese Vogelart noch nicht ganz weg. Fasane sind beeindruckend! Aber mit schrumpfenden Wild“wiesen“ (eher Unkrautwüsten) werden sie wohl irgendwann verschwinden. Die Zeiten, als sie hier auf dem Fußweg entlangliefen, um in einen Garten zu flattern, oder sich auf’s nächste Hausdach geschwungen haben, sind jedenfalls vorbei. (Filmchen von einem Pärchen und Jungen, der Ruf des Männchens ist bei Minute 1:00 zu hören.)

Ich bin gespannt, wie sich die Vogelwelt bei uns weiter entwickeln wird.